Fenster eines Jobcenters liegen in Berlin nach einer Explosion auf dem Gehweg (Quelle: dpa)

Geldautomat im Foyer wurde gesprengt - Reparatur des Kreuzberger Jobcenters dauert Monate

In der Nacht zu Montag hatten Unbekannte den Geldautomaten eines Jobcenters in der Rudi-Dutschke-Straße gesprengt. Nun starteten die Reparaturen. Der Schaden ist erheblich und behindert den Betrieb in der Arbeitsagentur. Hartz-IV-Empfänger müssen für einige Leistungen den Weg nach Mitte antreten.

In der Kreuzberger Arbeitsagentur an der Rudi-Dutschke-Straße hat die Beseitigung der Schäden begonnen, die Diebe durch die Sprengung eines Jobcenters-Geldautomaten angerichtet hatten. Es werde Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis der Betrieb wieder normal läuft, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Die Schäden im Foyer seien erheblich.

Hartz-IV-Empfänger müssen vorerst in die Arbeitsagentur Mitte ausweichen. Dort können sie sich mit einer einmalig gültigen Scheckkarte Beihilfen oder Vorschüsse auszahlen lassen. Alle übrigen Anliegen werden weiterhin in Kreuzberg bearbeitet, hieß es.

Wachmann beobachtete zwei Maskierte

Nach Angaben des Jobcenters hatten die Diebe die Geldkassette aus dem zerstörten Gerät entnommen. Wieviel Geld gestohlen wurde, ist laut Polizei noch unklar. Ein Wachmann eines Unternehmens in der Rudi-Dutschke-Straße war in der Nacht zum Montag von einem lauten Knall alarmiert worden und hatte beobachtet, wie zwei Maskierte flüchteten.

Die Täter hebelten nach den bisherigen Erkenntnissen ein Fenster auf, um sich Zugang zum Jobcenter zu verschaffen. Im Vorraum sprengten sie dann den Geldautomaten. Die Exolosion wurde vermutlich - wie bei den anderen Sprengungen von EC-Automaten auch - durch ein Gasgemisch ausgelöst. Vier Fensterscheiben lagen noch am Montagmittag zersplittert auf der Straße, drei weitere wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Der Automat diente dazu, Berechtigten in Ausnahmesituationen Sozialhilfeleistungen auszuzahlen. Das Jobcenter hatte die Geldkassette nach eigenen Angaben zuletzt Anfang November bestücken lassen. Pro Woche nutzten etwa drei bis fünf Berechtigte den Automaten. Den Angaben zufolge war der gesprengte Automat zwar mit einer Farbpatrone ausgerüstet, die die Geldscheine im Fall einer Explosion entwerten sollte. Farbflecken seien am Tatort aber nicht gefunden worden.

In diesem Jahr gab es in Berlin laut Polizei bereits 24 Fälle, in denen Diebe einen Geldautomaten sprengen wollten. Zwölf davon schlugen fehl. Noch vor einem Jahr habe es nur vereinzelt Diebstahlversuche durch eine Explosion gegeben, sagte eine Sprecherin der Polizei.

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