Jagd auf Rotwild in Sauen (dpa, 2011)

Wildtierbestand gewachsen - Jäger machen in Brandenburg reiche Beute

Brandenburg ist mit seinem reichen Wildbestand ein Dorado für Jäger. Und die Wildtierpopulation nimmt weiter zu - ebenso wie die Zahl der Abschüsse. So wurden im vergangenen Jagdjahr knapp 74.000 Rehe und mehr als 20.000 Waschbären erlegt. Das Landwirtschaftsministerium spricht von einem Landesrekord.

Der Wildreichtum im Land Brandenburg hat den Jägern wieder reiche Beute beschert. Im vergangenen Jahr seien fast 171.000 Stück Schalenwild geschossen oder tot aufgefunden worden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Freitag in Potsdam mit. Auch bei Raub- und Niederwild nahm die Zahl der sogenannten Strecken im Vergleich zum Vorjahr stark zu.
Als Ursache kommt nach Ansicht des Ministeriums nur ein weiterer Populationsanstieg in Frage.

Den höchsten Anteil an den getöteten Tieren macht das Rehwild aus. Insgesamt 73.875 Rehe wurden den Angaben zufolge erlegt - das Ministerium spricht von einer Streckenhöchstmarke. Auch beim erlegten Rot- und Damwild wurden neue Rekordzahlen registriert.

Ein Kaninchen im Feld (Quelle: dpa)
Widersetzt sich dem Trend: das Kaninchen

Zum Niederwild zählen Feldhasen, Fasane, Enten, Gänse und auch Ringeltauben. Auch hier wurde fast überall ein Anstieg der Strecken registriert. Lediglich bei den Kaninchen wurde ein Rückgang der getöteten Tiere verzeichnet. Mit insgesamt gerade einmal 70 Tieren machen die erlegten Kaninchen allerdings den kleinsten Posten in der Statistik aus.

Die Strecken der Raubwildarten folgen dem einheitlichen Trend. So wurden mehr als 28.286 Rotfüchse erlegt - gut 3.200 mehr als im Vorjahr. Und auch bei Dachs, Steinmarder und Marderhund nahm die Zahl der Abschüsse zu.

"Dramatisch" verlieft nach Ministeriumsangaben der Streckenanstieg beim Waschbär. In nur vier Jagdjahren habe sich die Zahl fast verdoppelt und habe zuletzt die Höchstmarke von 20.274 erlegten Exemplaren erreicht.

Die im Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde ausgewertete Streckenstatistik berücksichtigt nicht allein Abschusszahlen, sondern rechnet auch Totfunde, etwa durch Verkehrsunfälle, mit ein.

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