Tierpark-Direktor Blaszkiewitz mit einem schwarzweißen Vari auf der Schulter (Quelle: dpa)

Blaszkiewitz weist Vorwurf unkorrekter Tiertransporte zurück - "Wer da etwas anderes fantasiert, weiß ich nicht"

Plötzlich verschwundene Vögel, Pläne für den Abtransport trächtiger Tiere? Gegen den Noch-Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, gibt es neue Vorwürfe. Im rbb wies der umstrittene Biologe die Anschuldigungen zurück. Alles gehe mit rechten Dingen zu.

Bernhard Blaszkiewitz, Chef von Zoo und Tierpark noch bis 2014, steht erneut unter Beschuss. Medienberichten zufolge soll er dafür gesorgt haben, dass in der letzten Zeit ungewöhnlich viele Tiere abtransportiert wurden.

Der "Tagesspiegel" berichtete unter Berufung auf Zoo-Mitarbeiter, Blaszkiewitz habe Dutzende Vögel wegschaffen lassen. So seien 300 Wasservögel, darunter seltene Exemplare, mit unbekanntem Ziel verbracht worden. Dem Vernehmen nach sollten zudem Wellensittiche getötet und verfüttert werden.

Blaszkiewitz habe auch eine Antilope nach Bulgarien transportieren lassen wollen, obwohl das Tier hochträchtig gewesen sei. Am Freitag berichtete das Blatt, das Veterinäramt bereite eine Anzeige gegen Blaszkiewitz vor.

Die Tierschutzexpertin der Grünen-Fraktion, Claudia Hämmerlin, forderte am Donnerstag, Blaszkiewitz solle beurlaubt werden, um weiteren Schaden abzuwenden. Der Vertrag des umstrittenen Biologen läuft im nächsten Jahr aus. Sein Nachfolger Andreas Knieriem hat sich bereits der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im rbb wie Blasziewitz am Freitag die Vorwürfe scharf zurück: Transporte seien legal abgelaufen, auch seien keine Tiere unrechtmäßig getötet worden.

Zum Fall des geplanten Transports einer Antilope sagte Blaszkiewitz, das Tier sei nicht trächtig gewesen und nach seiner Überzeugung transportfähig. "Gefahr für das Leben des Tieres hat natürlich nicht bestanden, das ist Unsinn." Blaszkiewitz räumte aber auch ein: "Dass der amtliche Tierarzt das Recht hat, den Transport zu untersagen, ist schon so." Deshalb sei die Antilope ja noch bei ihrer Herde.

"Es gibt ja nächstes Jahr wieder was"

Tatsächlich seien Wasservögel aus dem Bestand genommen worden, so Blaszkiewitz: darunter junge Pfeilpfeifgänse, Witwenpfeifgänse und Moorenten. Diese seien allerdings nicht nach Osteuropa gegangen, sondern nach Belgien. "Ich glaube, es waren 150 Vögel", so Blaszkiewitz. "Es war ein sehr erfolgreiches Zuchtjahr für Wasservögel." Da sei es "ganz normal, dass man die weitergibt, es gibt ja nächstes Jahr wieder was."

Die Wellensittiche seien hingegen "ganz normal vom Zoo in den Tierpark gegangen", sagte Blaszkiewitz im rbb. "Wer da etwas anderes fantasiert, weiß ich nicht", so der Zoo-Chef.

Grundsätzlich sei es aber erlaubt, unter Beachtung bestimmter Regeln, auch die Nachzucht von Wildtieren zu verfüttern. Bei Zwergziegen beispielweise sei dies gelegentlich der Fall und auch bei Wellensittichen sei es möglich. "Man könnte sie verfüttern an Kleinraubtiere oder was weiß ich. Die kriegen ja auch Küken zu fressen", so Blaszkiewitz.

Auch den im "Tagesspiegel" geäußerten Verdacht, Tiere würden vom Zoo erst nach Friedrichsfelde und dann weiterbefördert, da Transporte mit den dortigen Amtstierärzten leichter umzuzusetzen seien, wies Blaszkiewitz zurück. Bei gemeinschaftlichen Transporte werde über den Tierpark "schon manches abgewickelt", so der Biologe. "Der Grund ist ein rein organisatorischer."

Beitrag mit Informationen von Sylvie Ahrens