
75 neue Stellen im Objektschutz - Polizei sucht nachtaktiven Nachwuchs
Rund um die Uhr stehen sie Wache vor Botschaften oder jüdischen Einrichtungen: Mitarbeiter im Objektschutz der Berliner Polizei. Viele von ihnen haben inzwischen Überstunden angehäuft, denn es gibt zu wenig Personal. Das soll sich nun ändern. Die Polizei sucht jetzt mit Anzeigen nach Bewerbern.
Die Berliner Polizei sucht mit Anzeigen 75 Bewerber für den Objektschutz. In mehreren Printmedien seien Inserate geschaltet worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Objektschützer bewachen jüdische und diplomatische Einrichtungen oder kontrollieren Ausweise in gesicherten Einrichtungen.
Nach früheren Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) fehlten 280 Stellen im Objektschutz. Mitarbeiter haben inzwischen massenhaft Überstunden angehäuft, Polizeibeamte aus anderen Bereichen mussten zeitweise aushelfen.
Vergangene Woche bewilligte Polizeipräsident Klaus Kandt nun die neuen Stellen. Der Vorsitzender der GdP, Michael Purper, erklärte, er freue sich über diese Verstärkung - dennoch fehle bei Objektschutz aber unterm Strich immer noch Personal. Es sei zu hoffen, dass mit den neuen Stellen das "Flickwerk" aufhöre, Polizeibeamte für die Aufgaben der Objektschützer einzusetzen.
Der Zentrale Objektschutz verfügt nach eigenen Angaben zur Zeit über rund 1100 Mitarbeiter, die über das gesamte Berliner Stadtgebiet verteilt in Tag- und Nachtschichten arbeiten.
Das Stadtgebiet ist in drei Objektschutzbereiche (OSB) unterteilt, in denen etwa 586 Gebäude und Objekte - davon 54 stationär - geschützt werden.
Bewerber werden auch im Schießen geschult
Die Mitarbeiter des Zentralen Objektschutzes sichern gefährdete Objekte im Posten- und Streifendienst. Vor dem Einsatz werden sie 16 Wochen lang an der Landespolizeischule unterrichtet. Hier werden ihnen juristische Kenntnisse vermittelt, aber auch der Umgang mit Pistole und Maschinenpistole.
Die Beschäftigten erhalten einen Tariflohn. Bewerber müssen volljährig sein und dürfen nicht vorbestraft sein. Männer müssen laut Polizei mindestens 1,65 Meter groß sein, Frauen dürfen fünf Zentimeter kleiner sein.
Die Polizeiangestellten im Objektschutz tragen im Dienst Polizeiuniform, die sich durch schwarze Aufschiebeschlaufen und ein schwarzes Mützenband von der Uniform der Polizeivollzugsbeamten unterscheidet.
Nachwuchssorgen auch bei der Polizei
Auch in Bezug auf den normalen Polizeidienst gibt es Nachwuchssorgen. Die Mitglieder des Innenausschusses wollen am Montag darüber beraten, wie mehr qualifizierte Bewerber gefunden werden können. Zu ihrer Sitzung treffen sich die Ausschussmitglieder dazu in der Landespolizeischule in Spandau.
Der Ausschussvorsitzende Peter Trapp (CDU) sagte, man erwarte Informationen von Polizeipräsident Kandt, wie junge Menschen für den Polizeijob gewonnen werden sollen. Bis 2022 werden laut Trapp rund 6000 Polizisten pensioniert.
Zuletzt musste eigens die Bewerbungsfrist verlängert werden, weil sich nicht genug geeignete Bewerber fanden. Laut Trapp sprechen und schreiben viele Bewerber nicht gut genug deutsch, andere haben gesundheitliche Probleme oder sind nicht fit genug für den anstrengenden Polizeidienst.

