
Energiewende "Made in Brandenburg" - Weihnachten mit LEDs
Die Energiewende ist teuer, die Strompreise klettern. Das bekommen nicht nur Privathaushalte zu spüren, sondern auch Städte und Gemeinden Brandenburgs. Die Weihnachtstage fressen deren Haushalte regelrecht auf, weil die Innenstädte auch wegen der Geschäfte immer festlich beleuchtet sein müssen. Da gibt es nur eine Lösung: Glühbirnen raus, LEDs rein.
Die Energiepreise steigen, die Kassen der Kommunen sind leer - doch Brandenburgs will und kann nicht auf traditionelle Weihnachtsbeleuchtung verzichten. "Das geht gar nicht. Diese Lichter haben etwas mit dem Lebensgefühl der Menschen zu tun", sagte der Geschäftsführer des brandenburgischen Städte- und Gemeindetags, Karl-Ludwig Böttcher, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.
Allerdings seien die Kommunen wegen der hohen Strompreise gezwungen, in LED-Technik zu investieren. Diesen Schritt seien viele Städte und Gemeinden in puncto Straßenbeleuchtung bereits gegangen.

Eine Lampe für 2,60 Euro
So hat Neuruppin vor zwei Jahren die konventionellen Lichterketten mit Glühbirnen verschrottet und für knapp 10.000 Euro LED-Technik angeschafft. "Dadurch zahlen wir nur noch ein Drittel der Energiekosten von früher, sagte Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Doch sind die Folgekosten hoch, weil LED-Lampen alle drei Jahre ausgetauscht werden müssen. Wegen der hohen Energiekosten sei die Stadt auch auf die Unterstützung von Sponsoren angewiesen. Neuruppin hat gut zwei Kilometer der Innenstadt beleuchtet, eine LED-Lampe ist für 2,60 Euro zu haben.
Den LED-Trend folgt auch Bad Liebenwerda. "Die hohen Stromkosten haben uns auch dazu bewogen, eigene LED-Ketten anzuschaffen", sagte Bürgermeister Thomas Richter (CDU). Zudem hätten Diebe immer wieder aus den alten Lichterketten die konventionellen Glühbirnen gestohlen. Das sei bei LEDs nicht möglich: "Weil sie nicht einfach in Fassungen einzudrehen sind", so die Hoffnung.
Auf Energiesparen setzt auch Brandenburg/Havel. "Wir haben schon früher bei der Weihnachtsbeleuchtung nicht übertrieben. Heute sieht das nicht anders aus", erklärte Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU). Auch dort kommen die LEDs zum Einsatz.
Kein Licht - kein Geschäft
In Potsdam sorgt eine Veranstaltungsfirma für "Blauen Lichterglanz". "Wir haben in der Innenstadt mehr als 5000 konventionelle Lichter. Dazu haben wir mehr als 10.000 blaue LED-Leuchten an den Bäumen. Diese Stromkosten müssen wir selber tragen", erklärte der Chef der Veranstaltungsfirma Coex, Eberhard Heieck. Trotz immenser Stromkosten - Heieck rechnet mit einem Preis von mehr als 25 Cent pro Kilowattstunde -, könne nicht auf den Weihnachtsglanz verzichtet werden. "Die Leute erwarten auf einem Weihnachtsmarkt festliche Beleuchtung. Ohne würde es kein Geschäft geben", sagte Heieck. Die Kosten müssten die Kosten auf die Markthändler umgelegt werden.
Ähnliches gelte für Cottbus. Auch dort veranstaltet Heiecks Firma einen Weihnachtsmarkt und sorgt für die Beleuchtung in der Stadt. Für den Handel ist die Weihnachtsdeko ebenfalls unerlässlich. "Die Feiertage sind unser Hauptgeschäft. Dazu ist Werbung notwendig und das funktioniert über Licht", erklärte stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Günter Päts. Allerdings seien nicht noch mehr Lichtelemente dazugekommen. "Stattdessen sind Stromfresser aus den Läden geflogen und durch LEDs ersetzt worden."
Auch Berlin rüstet um
Und Berlin? Hier betreut Licht-Designer Andreas Boehlke mehr als 100 Projekte, darunter auch am Potsdamer Platz. Hier leuchtet der Weihnachtsbaum mit 150.000 LED-Punkten.
"Das Bewusstsein für Licht ist gewachsen, und Berlin rüstet immer mehr auf", so Boehlke. Kaltes Winterlicht sei dabei ebenso angesagt wie das bunte Allerlei. Der Weihnachtsmarkt an der Gedächtnis wartet mit einem 25 Meter hohen Baum auf. 4000 Lichter sind an ihm befestigt - ebenfalls mit LED-Lampen.

