
Alte Autokennzeichen zurückgekehrt - BER steht für Bernau
Mit dem Nummernschild können Autofahrer seit gut einem Jahr wieder mehr Lokalpatriotismus zeigen. In Brandenburg sind inzwischen 14 altbekannte Buchstabenkombinationen zurückgekehrt. So steht CA wieder für Calau und FOR für Forst. Und mit BER verbindet man nicht nur eine ewige Großbaustelle sondern auch die Stadt Bernau.
Viele Brandenburger Fahrzeuge können sich wieder mit den alten Ortskürzeln auf ihren Kennzeichen schmücken. 14 verschiedene alte Buchstaben-Kombinationen sind inzwischen wieder in Gebrauch. So können Autofahrer im Landkreis Barnim ein BER-Kennzeichen für Bernau bekommen und im Landkreis Elbe-Elster FI für Finsterwalde.
Sechs der vierzehn Landkreise halten wieder alte Kennzeichen-Kombinationen bereit, die nach Gebietsreformen weggefallen waren. Seit dem 1. November 2012 konnten die Länder diese beim Bundesverkehrsministerium beantragen.

"Manche sehen dies als eine gute Möglichkeit, das lokale Bewusstsein zu stärken", sagte der Sprecher des Brandenburger Verkehrsministeriums, Jens-Uwe Schade, der Nachrichtenagentur dpa. So finden einige Kennzeichen bei den Straßenverkehrsbehörden trotz einer zusätzlichen Gebühr lebhaften Absatz. "Bei uns ist das Kennzeichen SRB für Strausberg, das es bei uns seit einem halben Jahr wieder gibt, besonders beliebt", berichtete Tobias Seyfarth, Pressesprecher des Landkreises Märkisch-Oderland.
Die Uckermark gehört zu den acht Landkreisen in Brandenburg, die kein Comeback alter Kennzeichen beantragt haben. "In diesem Fall hat das Kürzel UM für ein neues Bewusstsein gesorgt, weil es die Uckermark zu DDR-Zeiten so nicht gab", erläuterte Schade. Die Region habe damals zu den Bezirken Frankfurt (Oder), Neubrandenburg und ein kleiner Teil gar zum Bezirk Potsdam, der sich damals entlang der Grenzen zu Berlin bis in den Norden und Nordosten hochzog.
Rückkehr der alten Kürzel ist deutschlandweiter Trend
Auch im restlichen Deutschland herrscht bei den Autokennzeichen wieder mehr Vielfalt.
Bundesweit sind inzwischen 261 einst ausrangierte alte Regionalkürzel neu genehmigt worden, wie aus aktuellen Daten des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht. Nach gut einem Jahr haben davon zwölf der 16 Länder Gebrauch gemacht. Allein in Bayern wurden 56 alte Kürzel reaktiviert, in Sachsen 45 und in Sachsen-Anhalt 38.
Keine derartigen Kennzeichen-Anträge stellten der Ministeriums-Übersicht zufolge bisher die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland. Der Landkreistag hatte das Comeback von Altkürzeln kritisiert. Dies behindere das Zusammenwachsen in Landkreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden.
Das Bundesverkehrsministerium genehmigt die Kürzel in der Regel, wenn sie nicht schon vergeben sind und nicht gegen gute Sitten verstoßen. Schon jetzt tabu sind etwa Abkürzungen aus dem Nationalsozialismus wie SA, SS und HJ. Für Fahrzeughalter sind die Alternativ-Kennzeichen freiwillig. Wer sein Nummernschild auswechseln will, muss die üblichen Gebühren bei der Zulassungsstelle zahlen.


