Bushidos neue Villa in Kleinmachnow (Quelle: dpa)

Ermittler finden Brandbeschleuniger - Staatsanwaltschaft: Bushidos Haus wurde angezündet

Nach dem Brand in der neuen Villa von Rapper Bushido legt sich die Staatsanwaltschaft fest: Das Feuer wurde gelegt. Die Ermittler entdeckten Brandbeschleuniger und gehen jetzt einer Vielzahl von Spuren nach. In dem noch unbewohnten Gebäude war der Dachstuhl durch die Flammen schwer beschädigt worden. Bushido sieht sich als Opfer einer Hetzjagd.

Bushido ist Opfer eines Brandanschlages geworden. Die Ermittler fanden bei ihren Untersuchungen am Tatort in Kleinmachnow Brandbeschleuniger. Sarah Kress, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam sagte dem rbb: "Es bestehen zureichende Anhaltspunkte dafür, dass es Brandstiftung war." Noch ist unklar, wer die Tat begangen hat. Die Polizei geht einer vielen Spuren nach.

Das Feuer war in der Nacht zu Mittwoch ausgebrochen. Dabei wurde der Dachstuhl schwer beschädigt. Die Polizei ging bereits nach ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand – das Haus steht noch leer und wird derzeit umgebaut. Ermittler hatten am Vormittag Spuren gesichert und Anwohner befragt.

Bei Twitter schrieb der Musiker: "Hab gerade erfahren, dass es Brandstiftung war. Hoffentlich verbrennst du feiger Bastard in deinem eigenen Feuer." Ein Verdacht gegen eine Person, so die Polizei, bestehe derzeit noch nicht. Weitere Einzelheiten wollte sie zunächst nicht nennen.

Ein Einsatzwagen der Polizei steht am 11.12.2013 in Kleinmachnow (Brandenburg) vor der Villa des Rappers Bushido auf dem Grundstück. (Quelle: dpa)
Die Ermittler haben Brandbeschleuniger im Haus gefunden.

Wie eine Polizeisprecherin am Mittwochmorgen erklärte, hatte ein Passant den Brand kurz vor Mitternacht am späten Dienstagabend gemeldet. "Um 1.30 Uhr war das Feuer gelöscht". Bushido selbst habe am Morgen davon erfahren, sagte er dem rbb.

Der Brand habe nicht auf weitere Stockwerke des Hauses übergegriffen. Die Polizeisprecherin teilte am Morgen ebenfalls mit, dass Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden könne. Die Ursache könnte aber auch in den derzeit in dem Haus laufenden Bauarbeiten liegen.

Streit um das Anwesen

Bushido, der bisher in Berlin lebt, will schon seit einiger Zeit nach Kleinmachnow auf das 16.000 Quadratmeter große Anwesen umziehen.

Im Frühjahr hatte er sich wegen des Umbaus der Villa Ärger mit den Behörden eingehandelt. Weil Auflagen des Denkmalschutzes nicht eingehalten wurden, verhängte der Landkreis Potsdam-Mittelmark im April einen Baustopp. Erst nach dreimonatiger Zwangspause wurde die Baugenehmigung erteilt.

Die Villa wurde um 1910 als Seemannsheim errichtet. Alte Matrosen der Kriegs- und Handelsmarine konnten sich dort erholen.

Bushido sieht sich als Opfer

Bushido sagte dem rbb: "Nach meinem Gefühl ist dort jemand ins Haus gegangen und hat Feuer gelegt." Der Polizei warf er schlampige Arbeit vor. Es sei ein Unding, dass er als Eigentümer nicht zuerst von den Ermittlungsbehörden oder der Feuerwehr über das Feuer in seinem Haus informiert worden sei.

Von dem Feuer werde er sich aber nicht einschüchtern lassen, sagte er dem Fernsehsender N24. "Ich werde definitiv dahin ziehen, egal, was passiert. Jetzt erst recht."

Er fühle sich in Kleinmachnow seit längerem als Opfer einer "Hetzjagd", sagte Bushido dem rbb. Es habe bereits zahlreiche Angriffe auf sein Haus gegeben: eingeschlagene Scheiben und Fenster, Graffitis ("Fick dich Bushido") und wöchentlich eine Tüte Kot vor seiner Tür.

In Kleinmachnow habe man es ihm offenbar übel genommen, dass er einige Bäume auf dem Gelände fällen ließ. Mit Kritik an seinen Texten oder seiner Meinung habe er keine Probleme, "aber in meinem privaten Umfeld eine Feuer zu legen: Das ist nicht mehr schön, das nicht mehr lustig. Das ist absolut indiskutabel und macht mich sehr traurig." Mit Sorge sehe er es, wie "geschlossen die Gemeinde Kleinmachnow gegen mich steht."

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