An einem Geschäft hängen in Berlin Palakate für den Verkaufstart von Feuerwerk (Quelle: dpa)
Abendschau | 28.12.2013 | Rainer Unruh

Warnung vor illegalen Böllern - Verkauf von Silvesterfeuerwerk gestartet

Es zischt, kracht und blitzt, vor allem aber ist es ausgesprochen laut: Feuerwerk. Am Samstag hat der offizielle Verkauf von Silvesterraketen und Böllern begonnen. Feuerwehr und Verbraucherschützer raten allerdings zu Vorsicht beim Kauf und beim Abfeuern der Neujahrskracher. Denn jedes Jahr kommt es wegen illegaler Feuerwerkskörper zu schweren Verletzungen.

Das Feuerwerk gehört für viele zu Silvester wie Geschenke zu Weihnachten. Über 100 Millionen Euro geben die Deutschen für Raketen und Böller aus. Die Ausgaben der Berliner und Brandenburger liegen auf jeden Fall im siebenstelligen Bereich. Am Samstag hat der offizielle Verkauf von Feuerwerkskörpern begonnen.

Doch das Hantieren mit Feuerwerkskörpern ist nicht ungefährlich. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Pyroartikel getestet und mit Zulassungszeichen versehen sein müssen. Käufer sollten auf das sogenannte CE-Zeichen und die Kennzeichnung durch die in Berlin ansässige Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) achten. Die BAM warnt insbesondere vor dem Kauf von Silvesterböllern im Internet. "Online erkennt man nicht unbedingt, ob die Silvester-Feuerwerksartikel auch für den deutschen Markt zugelassen sind", so die Sprecherin der Bundesanstalt, Ulrike Rockland, im rbb.

Das gilt auch für Böller, die in Polen gekauft werden. Im deutschen Einzelhandel hingegen hat man die Möglichkeit, den Artikel auf die entsprechende Kennzeichnung hin zu überprüfen. Gerade in Berlin und Brandenburg kaufen viele Menschen illegale Knaller aus dem osteuropäischen Nachbarländern. Bei Kontrollen stellte der Frankfurter Zoll in diesem Jahr bereits mehr als 20.000 illegale Feuerwerkskörper sicher (Stand: 15.12.).

Schwere Verletzungen durch illegale Knallkörper

Neben dem Zulassungszeichen gibt es aber auch offensichtlichere Anzeichen dafür, dass ein Knaller gefährlich ist, so Rockland von der Bundesanstalt für Materialforschung: "Illegale Knallkörper erkennt man oft auch daran, dass sie einen Totenkopf drauf haben und solche Beschriftungen wie 'mega', 'super' oder 'explosiv'."

Gefährlich sind diese Feuerwerkskörper, weil andere Chemikalien verwendet werden, oft Blitzknallsatz statt Schwarzpulver: "Der reagiert viel heftiger und viel schneller. Die Wirkung ist dann so, dass Finger abgerissen werden können oder die ganze Hand zerfetzt werden kann." Bei legalen Böllern könne es höchstens zu Schmauchspuren und Verbrennungen ersten Grades kommen.

Generell warnt die Berliner Feuerwehr vor einem zunehmenden Leichtsinn beim Abbrennen von Silvesterfeuerwerk. 50 Prozent der Verletzungen seien bereits nicht mehr selbstverschuldet, sondern entstünden durch Querschläger oder dem Beschießen von Menschen, sagte ein Sprecher. Durchschnittlich würden in der Silvesternacht in Berlin rund 500 Menschen durch Pyrotechnik und Brände verletzt.

Knallzeit ist von 14 bis sechs Uhr

Die Polizei ruft die Leute dazu auf, mit ihren Feuerwerkskörpern auch bis zum Silvestertag zu warten und am Neujahrmorgen die letzten Schwärmer hoch gehen zu lassen. Hier gelte die "Knallzeit" von 14 bis sechs Uhr.

Genau geregelt ist diese "Knallzeit" allerdings nur für die Feuerwerkskörper der Kategorie F2 oder PII. In diese Klasse gehören zum Beispiel Raketen, Schwärmer und Fontänen. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen oder Tankstellen ist grundsätzlich nicht erlaubt.

Grundsätzlich gilt - dabei sind sich Polizei und Umweltexperten einig: Exzessives Zündeln und Knallen um Mitternacht ist definitiv kein Beitrag zum Umweltschutz. Wenn Feuerwerkskörper abgebrannt werden, steigt die Luftbelastung mit Schadstoffen explosionsartig an. Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit dagegen ist das Gläschen Sekt mit Korkverschluss: Auch die kann man knallen lassen.

Ganz besonders leiden die Tiere

Unter der Knallerei leiden besonders auch die Tiere. Darum sollten Besitzer ihre Haustiere zu Silvester und Neujahr vom Krach der Böller und Raketen abgelenken. Dabei sei es wichtig, Türen und Fenster geschlossen zu halten und gegebenenfalls auch Rollos herunterzulassen, wie der Tierschutzverein für Berlin und Umgebung am Freitag mitteilte. Hilfreich könne es sein, mit Hunden und Katzen zu spielen und dadurch eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Vogel- und Kleintierkäfige sollten weitab von Fenstern stehen und mit einem großen Tuch abgedeckt werden.

Die Tierschützer appellierten zudem an Freunde des Silvesterfeuerwerks, dies nicht am Waldrand, an Lichtungen oder in Parkanlagen abzubrennen, um so Wildtieren Stressmomente zu ersparen. Auch an Pferde- und Kuhweiden sollten keine Knaller und Raketen gezündet werden, da sonst die Gefahr bestehe, dass die Tiere in Panik gerieten und auszubrechen versuchten.

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