Greenpeace untersucht Rostschlamm im Spreewald (Quelle dpa)

Projekte zügig angehen - Brandenburg und Sachsen: Gemeinsam gegen rostende Spree

Der Eisenschlamm macht an Landesgrenzen nicht halt. Daher wollen Sachsen und Brandenburg den Kampf gegen Umweltschäden durch den Braunkohlentagebau gemeinsam angehen und beschleunigen: Projekte sollen zügiger als bisher auf den Weg gebracht werden.

Sachsen und Brandenburg wollen im Kampf gegen die sogenannte Verockerung der Spree künftig gemeinsam vorgehen. Die braunen Eisenrückstände aus alten DDR-Tagebauen in den Fließgewässern der Lausitz hätten bereits zu negativen ökologischen und wirtschaftlichen Folgen geführt, erklärten die Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Sanierungsmaßnahmen müssten deshalb schneller als bisher auf den Weg gebracht werden.

Sofortmaßnahmen waren in Brandenburg bereits in diesem Jahr angelaufen – dazu hatte unter anderem das Aktionsbündnis "Klare Spree", an dem der Tourismusverband Spreewald e.V. beteiligt ist, beigetragen. Zu den Maßnahmen gehört etwa das Abbaggern von Fließen im Spreewald, um den Durchfluss des Wassers zu beschleunigen. So soll die Braunfärbung vermindert werden. In Seen wird zudem Kalksteinmehl eingebracht, das hilft, dass sich das Eisen am Boden absetzt.

Gemeinsame Maßnahmen hatten Sachsen und Brandenburg bereits Anfang des Jahres angekündigt – bisher hatten Planungs- und Genehmigungsverfahren sich hingezogen. Daher zeigen die Maßnahmen in Nordbrandenburg im Süden etwa bei Spremberg bisher keine Wirkung.

Schnelle Erfolge nicht in Sicht

Der Anstieg des Grundwasserspiegels auf dem Gebiet der sächsischen Sanierungstagebaue führt bis zur Talsperre Spremberg in Südbrandenburg und auch in dahinter liegenden Gewässern zu Verfärbungen der Spree.

Woidke und Tillich sagten weiter, mit einem Pilotprojekt, für das derzeit das Genehmigungsverfahren läuft, könnte der Eiseneintrag in die Spree und die Kleine Spree um bis zu 20 Prozent gesenkt werden, kündigte Tillich an. Beide Regierungschefs wollen sich im Frühjahr gemeinsam vor Ort über den Fortgang der Bemühungen informieren, hieß es.

Die Eisenoxydwerte der Fließe vor und im Spreewald liegen Experten zufolge an vielen Stellen deutlich über denen früherer Messungen. Verockerungen werden in der Regel durch Eisen- oder Manganrückstände verursacht, die auch das Leben auf dem Grund der Gewässer bedrohen. Die braune Verfärbung entsteht bereits ab einem Schwellenwert von drei Milligramm Eisen pro Liter Wasser. Experten dämpfen daher die Erwartung auf kurzfristig sichtbare dauerhafte Erfolge.

Maßnahmenkatalog des Bergbausanierers LMBV

Zur Sanierung der stillgelegten Tagebaue hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, mit dessen Umsetzung bereits begonnen wurde. Die Behörden beider Länder würden "notwendige Genehmigungsverfahren zügig durchführen", hieß es weiter.

In einigen Regionen der Lausitz werden Spätfolgen aus alten Tagebauen sichtbar: hier fließen Spree und Fließgewässer als rostbraune Brühe. Das Wasser ist durch Eisen und Sulfat verschmutzt. Neben negativen ökologischen Folgen beeinträchtigt die Verschmutzung auch den Tourismus der Region. Stellenweise gingen die Besucherzahlen im laufenden Jahr dramatisch zurück.