Zwischen zwei Betten befindet sich eine Tür, die den Blick auf das Cockpit freigibt. (Foto: Tina Friedrich)

DDR-Flugzeug ist heute ein Luxushotel - Eine Nacht in Honeckers alter Regierungsmaschine

Einmal in Honeckers Flugzeug übernachten? Das können Ostalgiker in den Niederlanden. Ben Thijssen hat die speckigen Sitzreihen und klapprigen Gepäckfächer herausgerissen und aus der DDR-Maschine ein Luxushotel gemacht. Tina Friedrich hat den Hotelier in Apeldoorn besucht.

Vor mehr als dreißig Jahren brachte sie Erich Honecker in die Lüfte, heute können Urlauber in ihr übernachten: Die Rede ist von "Iljuschin 18", einem alten DDR-Flieger. Der Niederländer Ben Thijssen hat aus dem Flugzeug ein Luxushotel gemacht: Gäste können es sich auf Betten bequem machen, Sitzreihen gibt es nicht mehr. Nur das alte Cockpit ist erhalten geblieben.

Ben Thijssen am Flügel der "Iljuschin 18". (Foto: Tina Friedrich)
Ben Thijssen mit seinem Hotelflugzeug.

Mit Sauna und Whirpool

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als Ben Thijssen die heruntergekommene Iljuschin-18 in Helmstedt in Niedersachsen zum ersten Mal sah, wusste er: Die ist es. Diese Maschine sollte seinen Traum vom Luxushotel in einem Flugzeug wahr machen. "Ich habe ganz Europa abgesucht, und dieses Flugzeug war perfekt! Die Kabine ist hoch genug, um darin zu stehen. Sie ist breit genug, um Sauna und Whirpool einzubauen. Das Cockpit ist vollständig erhalten und die Propeller sehen einfach toll aus!"

Flugzeug mit Vergangenheit

Die Liebste ist schon viel herumgekommen: Der Propellerjet vom Typ Iljuschin-18 wird in den 1960er-Jahren in Russland gebaut. Danach ist er für die DDR-Regierung als Dienstflugzeug, später für die Fluggesellschaft Interflug auf Langstreckenflügen im Einsatz. Nach der Wende wird das Flugzeug in Helmstedt zum Restaurant. Gepäckablage und Bodenbelag bleiben unverändert, nur zwischen die Sitzreihen baut der Besitzer Tische.

2004 kauft Ben Thijssen seine Iljuschin-18. Eine halbe Million Euro investiert er in den Umbau. Viereinhalb Jahre dauert die Transformation. Das Ergebnis steht heute auf dem Flugfeld Teuge bei Apeldoorn in den Niederlanden.

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