Arbeiter fegen am 12.12.2013 Scherben auf dem Kurfürstendamm in Berlin zusammen. (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 12.12.2013 | Beitrag von Rainer Unruh

Stundenlange Vollsperrung - Profi-Feuerwerk legt Kudamm in Scherben

Der Knall war gewaltig, sagen Anwohner, dutzende Fensterscheiben barsten: Mitten in der Nacht zündeten Unbekannte auf Berlins bekanntestem Boulevard einen Feuerwerkskörper - eine Kugelbombe, wie die Polizei inzwischen bestätigte. Ein solcher Sprengkörper wird sonst nur in großer Höhe von professionellen Pyrotechnikern gezündet.

Nach der schweren Explosion am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg geht die Polizei von Vandalismus aus. Ein politischer Hintergrund wurde am Donnerstag ausgeschlossen. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich um eine Kugelbombe, wie sie bei einem Höhenfeuerwerk eingesetzt wird. Die Polizei bestätigte inzwischen entsprechende Medienberichte.

Der runde Feuerwerkskörper wird normalerweise hoch in der Luft gezündet. Es gebe Sternbomben mit sichtbaren Effekten wie Goldfäden, aber auch Salutbomben, die einen großen Knall verursachten, erläuterte der Vorsitzende des Bundesverbandes für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk, Dirk Abolins. Die Druckwelle eines solch großen Feuerwerkskörpers könne 100 Meter weit spürbar sein. Die Sprengkraft hänge vom Durchmesser ab.

Kugelbombe offenbar gestohlen

Die Polizei nimmt an, dass der am Kudamm gezündete Feuerwerkskörper gestohlen war. Kugelbomben dürfen nur von ausgebildeten Pyrotechnikern verwendet werden. Ansonsten ist der Verkauf und Einsatz verboten. Wer dennoch eine zündet, macht sich des Herbeiführens einer Explosion schuldig und kann hart bestraft werden.

Die Ermittlungen hat zunächst der Staatsschutz übernommen, obwohl kein politisches Motiv erkennbar ist. Das ist bei Explosionen von diesem Ausmaß üblich. Die Polizei sucht nun Zeugen des Vorfalls.

Wucht der Explosion zerbarst Fensterscheiben

Bei der schweren Explosion in der Nacht zum Donnerstag waren auf dem Kurfürstendamm dutzende Fensterscheiben zu Bruch gegangen - auf beiden Seiten des Boulevards, bis in den vierten Stock hinauf. Verletzt wurde niemand.

Zu der Detonation war es kurz vor 1 Uhr nachts auf der Mittelinsel in Höhe des Theaters "Schaubühne" gekommen. Der Kudamm blieb nach dem Vorfall mehrere Stunden lang voll gesperrt.