Nach Tunnel-Freigabe - Tödlicher S-Bahn-Unfall
Der Nord-Süd-Tunnel der Berliner S-Bahn war mehr als zwei Wochen lang gesperrt. Am Montagmorgen wurde die Strecke nach Bauarbeiten wieder freigegeben. Kurz darauf kam ein vermutlich obdachloser Mann in dem Tunnel zu Tode. Er hatte möglicherweise nicht damit gerechnet, dass wieder Züge fahren.
Am Berliner S-Bahnhof Friedrichstraße hat es am Montagmorgen einen tödlichen Unfall gegeben. Gegen 7:00 Uhr mussten deshalb die S-Bahn-Linien S1, S2 und S25 zwischen den Bahnhöfen Potsdamer Platz und Oranienburger Straße unterbrochen werden.
Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, war ein vermutlich Obdachloser im Tunnel zwischen Friedrichstraße und Brandenburger Tor unter einen Zug der Linie S25 geraten und dabei getötet worden. Der 40 bis 50 Jahre alte Mann lief nach Polizeiangaben mit Tüten mit leeren Flaschen über die Gleise. Der S-Bahn-Fahrer versuchte eine Notbremsung, konnte das Unglück aber nicht mehr verhindern. Er musste mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht werden.
Etwa 100 Fahrgäste steckten eine Stunde lang in dem Zug fest. Sie wurden über einen Notausgang an der Dorotheenstraße evakuiert.

Opfer war vermutlich obdachlos
Die Rettungskräfte haben die Leiche des Mannes geborgen. Die Polizei ermittelt nun die Identität des Toten. Da er keine Papiere dabei hatte, sei dies schwierig, sagte ein Sprecher. Da er auch Flyer in kyrillischer Schrift dabei hatte, stammt er möglicherweise aus Osteuropa. Wenn es sich nicht um einen Deutschen handle und keine Hinweise eingingen, müsse mit DNA-Proben auch europaweit ermittelt werden, hieß es. Hinweise darauf, dass der Obdachlose im Tunnel gewohnt habe, gebe es nicht.
Erst am frühen Montagmorgen, kurz vor dem Unfall, war der Nord-Süd-Tunnel wiedereröffnet worden. Die Bahn hatte die Sperrung zwischen Anhalter Bahnhof und Nordbahnhof nach mehr als zwei Wochen langen Bauarbeiten aufgehoben.




