
Vermutlich 200 Luxusautos gestohlen - Tadschikistan bestreitet Verwicklung in Auto-Diebstahl
Die Berliner Polizei hat rund 200 in Deutschland gestohlene Luxusautos in Tadschikistan aufgespürt, knapp die Hälfte davon soll einem Zeitungsbericht zufolge aus Berlin stammen. Besonders pikant: Die Wagen werden offenbar nun von Personen gefahren, die Staatschef Rachmon nahestehen. Die tadschikische Regierung bestreitet das und spricht von Verleumdung.
Entrüstung in Tadschikistan: Die autoritäre Ex-Sowjetrepublik hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Präsidentenfamilie fahre Luxus-Limousinen, die in Deutschland gestohlen wurden.
"Das ist ein Versuch, dem Image Tadschikistans einen Schlag zu verpassen", sagte Außenamtssprecher Abdulfajs Atojew am Freitag vor Journalisten in der Hauptstadt Duschanbe. Er betonte zugleich, die Behörden des zentralasiatischen Landes prüften die "unglaubwürdigen" Berichte.
Der Sprecher von Präsident Rachmon, Abdufattoch Scharifsoda, wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. "Wie kann man aus Deutschland 200 Autos stehlen und nach Tadschikistan schaffen, wenn es in Deutschland und anderen europäischen Staaten doch unmöglich ist, auch nur eine Nadel zu stehlen?", sagte Scharifsoda.
Fahrzeuge per GPS aufgespürt
Die Ermittlungsgruppe "Westwind" der Berliner Kriminalpolizei hatte zahlreiche gestohlene Autos per GPS-Ortung in Tadschikistan aufgespürt. Rund 90 davon sollen aus der deutschen Hauptstadt stammen, wie Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) der "Berliner Morgenpost" (Samstag) sagte. Die Wagen würden von Personen gefahren, die Staatschef Emomali Rachmon nahestehen.
"Nach Internationalem Recht müssen diese Autos herausgegeben werden", so Heilmann weiter. Weil man wisse, wo die Autos sind, wäre es für die tadschikische Polizei kein Problem zu den vermeintlichen Eigentümern zu gehen und die Autos zurückzufordern. "Das machen sie aber einfach nicht."
Heilmann zufolge ist es unsicher, ob die Fahrzeuge zurückgegeben werden. Er hoffe, "dass es uns gelingen wird, die Absatzkanäle der Diebe und Hehler zu verstopfen".

