
Konzept der Berliner Bäder-Betriebe - Anfüttern mit einem Rundum-Glücklich-Bad
Mit seinem Vorschlag, Kiez-Bäder zu schließen, um neue Spaß- und Wellness-Tempel zu bauen, hat Bäder-Chef Ole Bested Hensing eine breite Diskussion angefacht. Nun gibt es offenbar den Plan, mit einem solchen Neubau den Wunsch nach Mehr zu wecken. Doch Geld ist im Haushalt dafür vorerst nicht vorgesehen. Von Ute Schuhmacher
Bis Ende Juni soll der Bäderchef sein neues Konzept vorlegen, wie es mit den Berliner Bädern weitergehen soll. Vorher könne man leider nichts sagen, bedauern die Bäderbetriebe. Nochmal öffentlich von Sportsenator Frank Henkel (CDU) abgewatscht zu werden, wie vergangenen Sommer, möchte Bäder-Chef Ole Bested Hensing offensichtlich vermeiden - wer will es ihm verdenken?
Aber es gibt, sagen wir, Fingerzeige, in welche Richtung es gehen könnte mit den Bädern der Stadt. Der Vizepräsident des Berliner Schwimmverbandes, Martin Weiland, hat gehört, dass überlegt wird, erst mal ein tolles neues Bad zu bauen - quasi um zu zeigen, was das so könnte im Gegensatz zu den alten - Anfüttern, um den Schrei nach Mehr zu erzeugen, sozusagen.
Gebaut werden könnte es dahin, wo jetzt nur ein Freibad ist, meint Weiland: "Sommerbäder, die keine Hallen haben, wo eventuell Flächen sind, Liegewiesen und so weiter. Wo man dann eventuell überlegen könnte: Ok, wir könnten vielleicht mal eine Halle hinbauen oder ein 'Spaßbad', wo natürlich auch der Sport versorgt werden müsste."
Prototyp des neuen Berliner Bades
50-Meter-Becken und Rutschenparadies in einem also. Mit Wellness-Areal und Chill-out-Zone. So ein Rundum-Glücklich-Paket kostet übrigens zwischen 30 und 40 Millionen Euro – pro Bad. Wo dieser Prototyp des neuen Berliner Bades gebaut werden könnte, wird nicht verraten. Innerhalb des S-Bahn-Rings soll es aber sein, heißt es aus Bäderkreisen.
Damit hat diese Überlegung nichts mit der Idee zu tun, so ein Rundum-Glücklich-Bad auch in den Tierpark in Friedrichsfelde zu bauen. Der liegt bekanntlich außerhalb des S-Bahn-Rings. SPD-Fraktionschef Raed Saleh machte sich unlängst für diese Idee stark, die schon etwas länger bei den Bäder-Betrieben existiert: "Ein Schwimmbad wäre ein Anziehungspunkt auch für den Tierpark. Das würde garantieren, dass Familien, Schülergruppen und auch Klassen dort gezielt zum Schwimmen gehen. Und viele würden es mit einem Tierpark-Besuch verbinden, auch viele Touristen. Ich halte es für einen guten Synergie-Effekt, beides zusammen zu denken. Ein Bad in der Region, das dringend notwendig ist, und die Unterstützung des Tierparks."
Kein Extra-Geld für neue Bäder im Haushalt
Nach den Ideen der Bäder-Betriebe könnte man in so ein Erlebnisbad auch Ferienappartements bauen. Ähnlich wie im Freizeitbad in Lübbenau könnten Kunden im Außenbecken beispielsweise mit Pinguinen schwimmen.
Ob - und wenn ja, wann - all diese Ideen Wirklichkeit werden, hängt unter anderem vom Geld ab. Bis Ende 2015 ist im Berliner Haushalt allerdings kein Extra-Geld für neue Bäder vorgesehen. Und ob der neue Zoo-Chef nicht möglicherweise erst mal andere Sorgen hat als ein Erlebnisbad im Tierpark, wenn er im Frühjahr nach Berlin kommt, ist ebenfalls unklar. Klar ist nur: Bis Juni soll ein neues Bäderkonzept vorliegen - na dann!
Ute Schuhmacher





