140 Kilogramm sichergestelltes Kokain versteckt in Bananenkisten ist am 07.01.2014 im Landeskriminalamt in Berlin zu sehen. Foto: dpa

Unwetter spült Kokain nach Berlin - Aldi-Koks sollte eigentlich nach Großbritannien

Das Wetter ist wohl schuld an dieser Krimi-Komödie: Weil seine Bananenkisten nicht rechtzeitig in Rotterdam ankamen, verzichtete ein Großhändler auf die Ware. Die Lieferung wurde nach Hamburg verschifft - und mit ihr das in den Kisten versteckte Kokain. Von dort aus gelangte es nach Moabit.

Die 140 Kilo Kokain, die vor zehn Tagen in mehreren Aldi-Filialen auftauchten, waren nicht für den Berliner Markt bestimmt. Das Kokain sollte eigentlich nach Großbritannien geschmuggelt werden, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Donnerstag dem rbb.

Zoll und Landeskriminalamt ermitteln gemeinsam in dem Fall. Die ersten Erkenntnisse: Das Schiff aus Kolumbien sei wegen eines Unwetters auf dem Atlantik sechs Tage zu spät in Rotterdam angekommen, sagte Redlich. Ein Geschäft mit einem englischen Händler konnte nicht abgeschlossen werden.

Der Container mit Bananenkisten wurden daher nicht nach England verschifft, sondern nach Hamburg. Dort kaufte sie ein Großhändler. So landeten sie schließlich in Berlin und fünf Aldi-Supermärkten in Berlin und Brandenburg.

Fest steht laut Redlich, dass der Container "Maersk Niteroi" aus Kolumbien kam und das Kokain dort auch produziert wurde. Bisher gebe es noch keinen Tatverdächtigen, sagte Redlich. Wo die Drahtzieher sitzen, ist ebenfalls unklar. "Die Täter haben Fehler genutzt. Wir werden sehen, wie wir diesen Fehler für uns nutzen können."

Das Rauschgift wurde am 6. Januar in vier Aldi-Filialen in Berlin sowie in einer in Velten (Oberhavel) entdeckt. Der größte Teil mit insgesamt 100 Kilogramm wurde in zwei Aldi-Märkten in Berlin-Köpenick gefunden. Betroffen waren außerdem Filialen in Rahnsdorf, Wilmersdorf und Reinickendorf. Der Straßenverkaufswert liegt bei sechs Millionen Euro.