Ein vermummter Einbrecher mit Taschenlampe schaut durch ein Fenster in eine Wohnung (Quelle: dpa)

Einbrüche nehmen in Brandenburg wieder zu - Wer im Speckgürtel wohnt, lebt gefährlich

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle ist in Brandenburg wieder gestiegen. Dabei sind vor allem der Speckgürtel von Berlin und die Grenzregion besonders beliebt bei Dieben. Der Anstieg sorgt bereits seit Monaten für Unruhe unter der Bevölkerung - und für hitzige Debatten um die Polizeireform.

Die Gefahr, Opfer von Einbrechern zu werden, ist in Brandenburg wieder gestiegen. Im ersten Halbjahr 2013 seien zehn Prozent mehr Fälle als im Vorjahreszeitraum registriert worden, sagte ein Polizeisprecher dem rbb. Fast die Hälfte (44,4%) aller Einbruchdiebstähle gab es demnach im Speckgürtel rund um Berlin.

Vor allem die Region Potsdam und Potsdam-Mittelmark sei betroffen, gefolgt von den Kreisen Havelland, Oberhavel und Barnim. Von den rund 25.000 Diebstählen sowie Einbrüchen in Häuser und auf Baustellen wurde in der ersten Jahreshälfte 2013 jeder sechste Fall aufgeklärt.

Polizisten aus Berlin und Brandenburg arbeiten deshalb verstärkt zusammen. Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe (GEG) beider Polizeibehörden wurde bereits vor neun Jahren gebildet. Angesichts der steigenden Einbruchszahlen im Speckgürtel wurde die Zusammenarbeit intensiviert.

Brandenburgs neuer Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) sitzt am 11.09.2013 bei seinem Antrittsbesuch im Brandenburger Polizeipräsidium Potsdam (Brandenburg) in einem Polizeiwagen und zeigt eine Stoppkelle der Polizei (Quelle: dpa)
Ralf Holzschuher (SPD)

Debatte um Brandenburger Polizeireform

Die Zunahme der Einbruchsdiebstähle sorgt seit Monaten für Unruhe in der Bevölkerung - und hitzige Debatten um die Polizeireform. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist inzwischen von dem ursprünglich geplanten Stellenabbau abgewichen.

Zuletzt war von rund 7.400 Beamten statt der angestrebten Zahl von 7.000 die Rede. Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) sieht vor allem beim Streifendienst Lücken und will Mitte Januar seine Pläne vorstellen. Derzeit gibt es rund 8.300 Polizisten im Land.

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