
Ärztemangel in der Lausitz - Kreisstadt ohne Kinderarzt
Im Dezember schloss die einzige Kinderarztpraxis in Forst - seitdem haben 2.500 Kinder in der Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße keinen Arzt mehr. Die nächste Praxis liegt 20 Kilometer entfernt. Und noch immer ist kein Nachfolger in Sicht.
Eine Ärztin für 2.500 Kinder - schon das klingt, als sei es kaum zu schaffen. Seit vergangenem Dezember aber gibt es in Forst (Lausitz) im Landkreis Spree-Neiße überhaupt keine Kinderärztin mehr. Die einzige Praxis der Kreisstadt mit ihren 20.000 Einwohnern ist dicht. Eltern müssen mit ihren kranken Kindern nun mindestens 20 Kilometer weit fahren, bis Cottbus oder Döbern. "Von Seiten der Stadt bewegt sich viel zu wenig", sagte einer Mutter dem rbb.
Die Stadt aber weist Kritik zurück. Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) argumentiert, man habe sich nach der Schließung der einzigen Kinderarztpraxis in Forst sofort an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) gewandt und um Hilfe gebeten. "Es ist auch für unser Image als Kreisstadt ganz wichtig, dass wieder ein Kinderarzt kommt. Wir sind eine attraktive Gegend und haben als Kreisstadt eine tolle Infrastruktur, wir müssen uns nicht unter Wert verkaufen", sagte Goldschmidt dem rbb.
Erste positive Signale von der Kassenärztlichen Vereinigung
Die KV schrieb die Stelle in Forst auf ihrer Homepage aus, sie gibt sich zuversichtlich, bald einen neuen Kinderarzt oder eine Kinderärztin gefunden zu haben. "Wir haben neben der Ausschreibung einige intensive Gespräche geführt und sind gerade dabei, schnellstmöglich zu organisieren, dass eventuell aus dem Krankenhaus in Cottbus oder aus einer anderen Region ein Kinderarzt nach Forst kommt", sagte KV-Sprecher Ralf Herre.
Laut der KV gibt es drei Möglichkeiten: Entweder lässt sich ein Klinikarzt in Forst nieder oder ein anderer Arzt öffnet eine Zweitniederlassung - oder die KV öffnet eine Eigeneinrichtung in Forst mit einem angestellten Kinderarzt. Das könne bereits im Februar geschehen.
(Mit Informationen von Anja Kabisch)



