
Hasso Plattner zum 70. - Macher und Mäzen
Die Softwareschmiede SAP hat er mitgegründet, in Potsdam ein eigenes Informatik-Institut aufgebaut: Hasso Plattner zählt ohne Frage zu den erfolgreichsten und engagiertesten Unternehmern Deutschlands. Am Dienstag hat der Milliardär seinen 70. Geburtstag gefeiert. Von Karsten Zummack
Ob mit E-Gitarre auf der Bühne einer Kundenmesse, ob als Querdenker, knallharter Verhandler oder Kulturmäzen: Hasso Plattner gilt mit seinen vielen Facetten als Rockstar der deutschen Wirtschaft. Zahlreiche Anekdoten ranken sich um den jetzt 70-Jährigen. Sein Credo: "Bei allem Kapitalismus: Wer Erfolg hat, muss einen Teil seines Geldes zu Lebzeiten wieder zurückgeben in die Gemeinschaft," so Hasso Plattner 1998 bei der Gründung seiner gemeinnützigen Stiftung. Und an diesen Grundsatz hält sich der Unternehmer noch heute, investiert einen Teil seines Vemögens in Bildung, Wissenschaft und soziale Projekte.
Der gebürtige Berliner startete 24-jährig seine Karriere als Programmentwickler beim Computerriesen IBM. Nach nur vier Jahren verließ Plattner das Unternehmen und machte sich gemeinsam mit Dietmar Hopp und drei weiteren IBM-Kollegen selbständig. Plattner - so bestätigen seine Mitstreiter - sei dabei der konstruktive Querdenker gewesen, ausgestattet mit einer gewissen Ungelduld.
Der Mann der klaren Worte
Nur selten nimmt er ein Blatt vor den Mund. So schimpft er schon mal über das deutsche Steuersystem. Im Unternehmen selbst hat sich Hasso Plattner keineswegs nur Freunde gemacht. Trotzdem wird er bis heute geschätzt.
Nicht ohne Grund: In verantwortlichen Positionen machte er SAP zum größten Softwarekonzern Europas. 2003, bei seinem Wechsel in den Aufsichtsrat, schaute Hasso Plattner stolz zurück: "Aus dem Shooting-Star der 1990er Jahre ist - und das ohne jede Selbstübeschätzung - ein Weltklass-Unternehmen geworden, das nun in einer Liga mit IBM, Microsoft und Oracle antritt. Wir Aktionäre der SAP werden an diesem Unternehmen noch viel Freude haben."

Damit sollte Plattner Recht behalten. Doch auch er selbst hatte mit SAP viel Freude. Das Unternehmen hat ihn reich gemacht. Sein Vermögen wird auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt.
Einen Teil dieses Reichtums gibt er weiter. Das ist auch in unserer Region zu beobachten. Mehr als 200 Millionen Euro hat er in das Hasso-Plattner-Institut für Software-Systemtechnik in Potsdam gesteckt. Hier können angehende Informatiker kostenlos studieren, so wie der jetzt 70-Jährige selbst früher. Etwa 20 Millionen spendete er außerdem für den Wiederaufbau des Stadtschlosses in Potsdam, womit die Fassade und das Kupferdach bezahlt wurden.



