Polizisten bringen hinter einem weißen Tuch einen Mann zu einem Polizeifahrzeug (Quelle: dpa)
Abendschau | 17.01.2014 | Rainer Unruh

Nach der Bluttat in einer Berliner Kanzlei - Sohn des Steuerberaters wegen Mordes angeklagt

Zehn Schüsse soll er auf seinen Vater abgefeuert haben, vier waren tödlich: Nach dem Tod eines Steuerberaters aus dem Berliner Westend hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen den inzwischen 17-jährigen Sohn erhoben. Gegen die Ehefrau und einen weiteren Sohn wird noch ermittelt.

Rund fünf Monate nach dem Tod eines Berliner Steuerberaters hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Sohn erhoben. Dem 17-Jährigen werde heimtückischer Mord vorgeworfen, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner, am Freitag.

Laut Steltner wurden zehn Schüsse auf den Mann abgefeuert, vier davon seien tödlich gewesen. Der Verdächtige sitzt bereits in U-Haft. Gegen die Witwe und einen zweiten gemeinsamen Sohn werde weiter ermittelt, hieß es.

Polizisten durchsuchen am 07.10.2013 erneut Räume in der Berliner Leistikowstraße (c) dpa
Der Steuerberater war in seinem Büro in der Leistikowstraße erschossen worden.

Steuerberater vor seinen Angestellten erschossen

Der 49-jährige Steuerberater war am 12. August in seiner Kanzlei in Berlin-Charlottenburg erschossen worden. Kurz nach der Tat erlag er im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Drei Kanzleiangestellte, die sich ebenfalls in den Räumlichkeiten aufhielten, blieben unverletzt. Sehr schnell waren dann die beiden damals 16 und 18 Jahre alten Söhne des Mannes festgenommen worden. Aus Mangel an Beweisen aber wurden sie zunächst wieder freigelassen.

Ehefrau zeitweise unter Verdacht

Anfang Oktober konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Ehefrau des Steuerberaters. Sie wurde bei der Polizei "erkennungsdienstlich behandelt", wie es damals hieß. Das heißt, dass Fotos von ihr gemacht und ihre Fingerabdrücke abgenommen wurden. Außerdem wurden von einem ihrer beiden Söhne eine DNA-Probe genommen.

Von Anfang an war über einen familiären Hintergrund der Tat spekuliert worden. Nachbarn hatten von Streitigkeiten in der Familie berichtet. Der Steuerberater soll bereits vor einiger Zeit zuhause ausgezogen sein und vorübergehend in einer Gartenlaube gewohnt haben.

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Polizisten und Kriminaltechniker vor dem Haus, in dem der Steuerberater erschossen wurde (Bild: dpa)

Festgenommener 16-Jähriger schweigt - Sohn des erschossenen Steuerberaters in Untersuchungshaft

Über zwei Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen Berliner Steuerberater ist der jüngere Sohn des Opfers verhaftet worden. Es gebe neue Indizien und Zeugenaussagen, so die Staatsanwaltschaft. Der 16-Jährige schweigt bislang zu den Mord-Vorwürfen. Er und sein älterer Bruder waren kurz nach der Tat schon einmal festgenommen, aus Mangel an Beweisen aber wieder freigelassen worden.