Klausur in Braunschweig - SPD will mehr Hallenbäder in Berlin bauen
Viele Bäder in Berlin sind in einem beklagenswerten Zustand, Investitionen sind dringend nötig. Die SPD will die öffentlichen Badeanstalten nun zur Priorität machen und sogar neue bauen. Ausgerechnet der Regierende Bürgermeister aber zeigte sich skeptisch.
Die Berliner SPD-Fraktion macht sich für den Neubau von Schwimmbädern stark. "Schwimmen gehen in Berlin muss attraktiv und bezahlbar sein", heißt es in einem Antrag, den die SPD-Fraktion am Freitag mit großer Mehrheit auf ihrer Fraktionsklausur in Braunschweig verabschiedete. Ein kieznahes Angebot von Bädern gehöre zur Grundversorgung der Stadt, hieß es.
Angesichts vieler maroder Bäder in Berlin könne es sinnvoller sein, einzelne durch einen Neubau zu ersetzen, statt sie zu sanieren. In der Diskussion sind drei bis vier neue Bäder, was rund 80 Millionen Euro kosten würde.
Dafür sprach sich auch Bäderchef Ole Bested Hensing als Gastredner aus. Der Landeszuschuss von rund 50 Millionen Euro im Jahr reiche bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken, beklagte Hensing. Der Deckungsgrad betrage gerade 20 Prozent. Die Einnahmen lagen 2012 bei 14,8 Millionen Euro, die Kosten bei 65 Millionen Euro. Zudem betrage der Investitionsrückstand rund 300 Millionen Euro, obwohl seit 2007 schon rund 72 Millionen in die Instandsetzung geflossen seien.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mahnte allerdings, solche Neubauten genau zu kalkulieren. "Mit mehr Bädern weniger Verluste zu machen, das muss mir erst jemand vorrechnen", sagte Wowereit. Fraktionschef Raed Saleh bekräftigte seinen Vorschlag, im Tierpark Friedrichsfelde ein neues Schwimmbad zu bauen. So könnte die Attraktivität des Tierparks gesteigert werden, der unter Besuchermangel leide. Die Kiezbewohner erhielten zudem ein modernes Schwimmbad. Hensing zeigte sich offen für den Vorschlag.




