
Verdreckte Toiletten in Grundschule - "Wir warten immer, bis wir zuhause sind"
Wegen dreckiger Toiletten droht einer Grundschule im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg jetzt sogar die Schließung. Schulamt und Gesundheitsamt forderten dazu auf, die Mängel umgehend zu beseitigen. Offenbar wurde seit Monaten nicht mehr richtig geputzt. Am Montag entscheidet sich, ob die Schule geöffnet bleibt.
Hygienealarm an einer Berliner Schule in Friedrichshain-Kreuzberg: Seit mehreren Monaten soll die zuständige Reinigungsfirma dort nicht mehr richtig saubergemacht haben. Schüler, Lehrer und Eltern klagen über katastrophale Bedingungen. Diese wurden durch einen Arzt bereits vor Weihnachten bestätigt.
"Sowohl Gesundheitsamt und Betriebsarzt waren schockiert von den Zuständen. Sie haben eine Frist bis zum 13.01.2014 gesetzt", erklärt Schulleiterin Uta Johst-Schrader dem rbb. Getan hat sich bislang nichts. Und so könnten mehrere Toiletten am kommenden Montag bereits vom Gesundheitsamt gesperrt werden, was zur Folge haben könnte, dass die Schule komplett geschlossen werden müsste. Denn ohne ausreichend Toiletten könne auch kein Schulbetrieb aufrechterhalten werden.

Die Schulleiter können nur Mängellisten schreiben
Verantwortlich für die Misere ist aus Sicht der Schulen und der Bezirksämter das Verfahren, nach dem Reinigungsaufträge an Fremdfirmen vergeben werden. So kritisiert die Bezirksverwaltung nach Angaben der "Berliner Morgenpost", dass nach den Vergaberichtlinien immer der günstigste Anbieter den Zuschlag erhalte. Dabei bleibe die Qualität auf der Strecke
Die Kontrolle der erbrachten Reinigungen ist Aufgabe der Schulleitungen. Diesen bleibe oft nichts anderen übrig, als die festgestellten Missstände an die Schulaufsicht zu melden.
Laut Johst-Schrader habe die Schule seit dem Sommer 2013 mehrere solcher Mängellisten erstellt und abgeschickt. Trotzdem sei zum Beispiel wochenlang in der Turnhalle nicht gereinigt worden.

Eltern kämpfen für saubere Schulen
"Da wir viele Kinder mit Behinderung an unserer Schule haben, arbeiten diese auch oft auf dem Boden. Dieser ist jedoch an vielen Stellen monatelang nicht gewischt worden", sagt die Schulleiterin dem rbb. Die "Schule am Friedrichshain" ist eine Grundschule mit Förderbereich für Lernbehinderte und Autisten. Viele der Kinder versuchen mittlerweile die Sanitäranlagen zu meiden: "Die hygienischen Zustände sind sehr schlecht. Wir gehen ungern in der Schule auf Toilette, da diese oft verstopft sind. Wir warten immer, bis wir zuhause sind", sagt eine Schülerin. Ein anderer: "Geputzt wird eigentlich nie, das ist einfach nur widerlich."
In Friedrichshain-Kreuzberg haben mittlerweile die Eltern von drei Schulen eine "Elterninitiative Reinigungsoffensive" gegründet. Sie will sich für mehr Sauberkeit an den Schulen einsetzen. Außerdem möchten sie, dass die Putzfirmen in Zukunft aufgrund ihrer Qualitätsbeurteilung ausgewählt werden.


