
Nach Mord in Wettbüro - Berliner Polizei nimmt weiteren Rocker fest
Drei Wochen nach dem Mord in einem Wettbüro hat die Berliner Polizei einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Ihm und weiteren Männern wird vorgeworfen, einen 26-Jährigen in Reinickendorf regelrecht hingerichtet zu haben. Insgesamt hat es bisher acht Festnahmen gegeben.
Nach dem Mord in einem Wettbüro in Berlin-Reinickendorf hat die Polizei den achten Verdächtigen festgenommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilten, fassten die Ermittler den 27-Jährigen am Freitag in Wedding. Er soll wie die anderen Festgenommenen dem Rocker-Milieu angehören, hieß es. Gegen den Mann liegt ein Haftbefehl wegen gemeinschaftlichen Mordes vor. Er kam in Untersuchungshaft. Sieben verdächtige Rocker sitzen bereits im Gefängnis. Die Männer sollen am 10. Januar einen 26-Jährigen erschossen haben. Die Polizei ermittelt wegen gemeinschaftlichen Mordes.
Insgesamt sollen 13 Mitglieder der "Hells Angels" an dem Mord in einem Wettbüro in der Residenzstraße beteiligt gewesen sein. Laut Angaben der Polizei wurde der 27-Jährige von einem Spezialeinsatzkommando gefasst. Erst am Mittwoch war der Berliner Polizei die Festnahme eines siebten Tatverdächtigen gelungen.
Rockerchef hatte sich der Polizei gestellt
Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte sich Kadir P. der Polizei gestellt. Der 29-Jährige ist Anführer des inzwischen verbotenen Rockerclubs "Hells Angels MC Berlin City". Im Anschluss gab die Polizei bei einer Pressekonferenz bekannt, dass Kadir P. im Verdacht steht, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Der mutmaßliche Schütze sowie vier Mittäter saßen zu diesem Zeitpunkt bereits in Haft - damit sei der Fall weitgehend aufgeklärt, hieß es bei Polizei.
Die Ermittler präsentierten auch Videoaufnahmen einer Überwachungskamera, die die Brutalität der Tat verdeutlichen. So ist zu erkennen, wie die Männer um 23 Uhr das Wettbüro expect.com stürmen und zielgerichtet in das Hinterzimmer vordringen, wo Tahir Ö. am Spielautomaten sitzt. Innerhalb von fünf Sekunden feuert der Schütze acht Schüsse auf das Opfer ab, sechs davon treffen Tahir Ö. in den Oberkörper, der sofort starb.
Dieser "gemeinschaftliche Mord", so der Tatvorwurf, sei verdeckten Ermittlungen zufolge ein Racheakt gewesen für eine Messerstecherei, in die auch ein Polizist verwickelt war.




