Internationale Gartenausstellung 2017 - Südtiroler wollen die IGA-Seilbahn bauen
Landschaft gucken leicht gemacht: Während der Internationalen Gartenausstellung 2017 in Berlin-Marzahn sollen Gondeln die Besucher komfortabel vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße auf den Kienberg bringen und von dort weiter bis zum Blumberger Damm. Errichtet werden soll die Seilbahn von der Leitner AG aus Südtirol, wie am Donnerstag bekannt wurde. Umweltschützer kritisieren das Bauwerk.
Die Seilbahn auf dem Berliner Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 soll durch die Leitner AG mit Sitz in Sterzing im italienischen Südtirol errichtet werden. Ein entsprechender Vertrag zwischen dem Unternehmen und der IGA Berlin GmbH wurde am Donnerstag unterzeichnet.
In Kürze werde das Genehmigungsverfahren für das Projekt eingeleitet, hieß es. 2016 soll dann mit dem Bau begonnen werden.
Für Bau und Betrieb plant den Investor 14 Millionen Euro ein, öffentliche Gelder sollen nicht fließen. Trotzdem würden die Fahrpreise erschwinglich sein, hieß es vor der Vertragsunterzeichnung. Die Benutzung der Seilbahn soll in die Kosten für das IGA-Ticket eingepreist werden. An Lösungen für Monats- oder Jahreskartennutzer werde gearbeitet.

1,5 Kilometer lange Panoramafahrt
Nach der Planung von "geskes.hack Landschaftsarchitekten" (Berlin) und "VIC Brücken und Ingenieurbau" (Potsdam) soll in der Mitte des IGA-Geländes auf dem Kienberg ein Aussichtsrundgang gebaut werden. Zu diesem führt dem Entwurf zufolge vom östlichen Eingang des IGA-Geländes - also vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße - eine Seilbahn. Von dem rund 100 Meter hohen Kienberg transportieren Gondeln die Besucher dann bis zum Blumberger Damm.
Nach neuen Angaben der IGA sollen pro Stunde bis zu 3.000 Besucher mit der Seilbahn über das Wuhletal transportiert werden - mit Blick auf Berlin und das Ausstellungsgelände. Die insgesamt 1,5 Kilometer lange Panoramafahrt dauere rund fünf Minuten. In den Kabinen soll auch für Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder Platz sein.
Streit um den Naturschutz
Naturschützer kritisieren die Pläne für die Seilbahn und für die neuen Wegeverbindungen. Diese berührten den "sensibelsten Teil des Wuhletals" . Sie fordern, diese Projekte nicht umzusetzen. Frank Beiersdorf, umweltpolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Bezirksparlament Marzahn-Hellersdorf, kritisierte: "Man kann nicht Natur erleben, wenn man sie durch Betonbauten wegrationalisiert."
Vertreter der Stadt Berlin sowie des Betreibers verteidigten den Bau einer Seilbahn. Diese sei vorteilhafter als eine Schienenbahn, Schrägaufzüge oder Busse. "Seilbahnen sind umweltfreundliche und sichere Verkehrsmittel, die auch ein mögliches Modell für zukünftige großstädtische Infrastrukturen sein könnten", sagte Christian Gaebler, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Gleichzeitig bringe sie einen zusätzlichen touristischen Effekt. "Deshalb haben wir hier eine Win-Win-Situation."
Das sah Martin Leitner, Vorstandsmitglied der Leitner AG, ähnlich: "Nachdem wir daran glauben, dass Seilbahnen im urbanen touristischen Bereich noch ein irrsinniges Potenzial haben, haben wir uns hier besonders bemüht, ein sinnvolles Konzept zu finden." Er betonte außerdem, dass die geplante Seilbahn gänzlich ohne bauliche Eingriffe im Wuhletal auskomme, weil die Stützpfeiler außerhalb des sensiblen Naturraumes gesetzt würden.
Drei Jahre soll die Seilbahn auch nach der IGA noch weiter im Marzahn stehen bleiben. Die Veranstalter der IGA erwarten mehr als zwei Millionen Besucher.
Mit Informationen von Katja Weber.




