Nach den tödlichen Schüssen auf einen Mann in einem Sportwetten Laden in der Residenzstrasse 122 ist der Laden weiterhin geschlossen (Quelle: imago)

Mord im Wettbüro - Mutmaßlicher Drahtzieher des Rockermordes gefasst

In Sachen Rockermord hat die Polizei am Montag einen weiteren Verdächtigen gefasst - er soll den Mord in einem Reinickendorfer Wettbüro angestiftet haben. Bei dem 37-jährigen handelt es sich um den Bruder eines Mannes, der im Oktober 2013 bei einer Messerstecherei verletzt wurde.

Einen Monat nach dem Mord in der Berliner Rockerszene hat die Polizei einen weiteren mutmaßlichen Auftraggeber gefasst. Der mit einer Pistole bewaffnete Mann (37) wurde am Montag gegen 10.30 Uhr von einem Spezialeinsatzkommando in Spandau festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Er soll die Tat aus Rache angestiftet haben. Sein Bruder, ein Türsteher, wurde im Oktober bei einer Messerstecherei mit drei Männern verletzt.

Einer der drei Männer, Tahir Ö., wurde im Januar in einem Wettbüro in Reinickendorf vor laufenden Überwachungskameras erschossen. Die Polizei hat bisher ingesamt neun Verdächtige festgenommen, die meisten gehören zur Rockerbande Hells Angels. Darunter ist auch Kadir P., der frühere Chef des inzwischen verbotenen Rockerclubs "Hells Angels MC Berlin City". Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben.

Ermittlungspanne bei der Polizei

Die Polizei hatte in diesem Fall vor wenigen Tagen Fehler eingestanden. Obwohl die Bedrohung bekannt war, sei das spätere Opfer nicht gewarnt worden. Ein Hinweis auf den Aufenthaltsort des 26-jährigen Tahir Ö. in Berlin sei nicht richtig ausgewertet worden.

Wie die Polizei nun mitteilte, sei bekannt gewesen, dass sich das spätere Opfer nicht im Ausland, sondern in Berlin aufgehalten habe. "Diesen Hinweis hat die zuständige Fachdienststelle aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen nicht in ihre Gefährdungsbewertung einbezogen. Daher ist mit Tahir Ö. kein Sensibilisierungsgespräch geführt worden", hieß es. Mit diesen Gesprächen warnt die Polizei mögliche Opfer vor einer Bedrohung.

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