
Mord im Wettbüro - Weiterer Verdächtiger nach Rockermord gefasst
13 Täter sollen an dem Mord in einem Reinickendorfer Wettbüro beteiligt gewesen sein. Die Polizei hat mittlerweile zehn Männer gefasst, darunter sind auch der mutmaßliche Anstifter und der Auftraggeber.
Bei den Ermittlungen nach einem Mord im Rockermilieu haben Spezialkräfte der Polizei am Mittwoch in Berlin-Reinickendorf einen zehnten Verdächtigen gefasst. Die Fahnder überwältigen den 30 Jahre alten Mann in der Nähe seiner Wohnung und vollstreckten einen Haftbefehl.
Der Gesuchte erlitt bei seiner Verhaftung eine Gesichtsverletzung, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Er soll am Donnerstag einem Ermittlungsrichter zur Verkündung des Haftbefehls vorgeführt werden.
Erst am Montag hatte die Polizei einen weiteren mutmaßlichen Drahtzieher gefasst. Insgesamt sollen 13 Täter an dem Verbrechen in der Residenzstraße beteiligt gewesen sein, bei dem der 26-jährige Tahir Ö. erschossen wurde.
Polizei gesteht Fehler ein
Hintergrund der tödlichen Schüsse war offenbar eine Messerstecherei am 23. Oktober 2013, bei der Tahir Ö. einen Türsteher mit einem Messer verletzte. Der Türsteher des "Traffic" am Berliner Alexanderplatz musste verletzt ins Krankenhaus, er wird der Rockerszene zugerechnet. Daraufhin soll der Anführer des inzwischen verbotenen Rockerclubs "Hells Angels MC Berlin City", Kadir P., den Mord an Tahir Ö. in Auftrag gegeben haben. Kadir P. hat sich mittlerweile gestellt und ist in Haft.
Die Polizei hatte bereits vor der Tötung von der Gefahr für Tahir Ö. gewusst, ihn aber nicht gewarnt. Ein Hinweis auf den Aufenthaltsort des 26-jährigen in Berlin sei nicht richtig ausgewertet worden, hieß es dazu. Daher sei kein Sensibilisierungsgespräch geführt worden, mit dem die Polizei überlicherweise mögliche Opfer vor einer Bedrohung warnt. Die Polizei selbst hatte kürzlich von einem gravierenden Fehler gesprochen.


