S-Bahn in Berlin (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 05.03.2014 | Andreas Jöhrens

Unfall bei Einfahrt in Tunnel - 19-Jähriger stirbt beim S-Bahn-Surfen

Das S-Bahn-Surfen wurde ihm zum tödlichen Verhängnis: Ein 19-Jähriger ist in der Nacht zu Mittwoch vom Dach der S-Bahn gestürzt, als der Zug in Berlin-Schöneberg in einen Tunnel fuhr. Er starb noch am Ort. Seine vier Begleiter kamen mit einem Schock davon.

Ein 19-Jähriger ist in der Nacht zum Mittwoch in Berlin-Schöneberg beim S-Bahn-Surfen ums Leben gekommen.  Der junge Mann aus Zehlendorf befand sich mit vier gleichaltrigen Begleitern auf dem Dach eines fahrenden Zuges der Linie S1. Als dieser zwischen den S-Bahnhöfen Julius-Leber-Brücke und Schöneberg in einen Tunnel fuhr, stürzte er ab und erlitt tödliche Verletzungen, wie die Bundespolizei mitteilte.

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch gegen 1.15 Uhr. Wegen der Bergung der Leiche aus dem Gleisbett war die S-Bahn-Strecke für eine Stunde gesperrt.

"Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz"

Die vier Begleiter blieben unverletzt. Gegen sie wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Bislang konnten sie zu den näheren Umständen noch nicht befragt werden, da sie unter Schock standen.

Die Bundespolizei warnte vor allem Kinder und Jugendliche, dass Bahnanlagen "kein Abenteuerspielplatz" seien. Dort bestehe Lebensgefahr.

S-Bahn-Surfen kein Trend mehr

Für die Bundespolizeidirektion Berlin ist das Phänomen S-Bahn-Surfen allerdings "praktisch ohne Relevanz." Mitte der 1990er Jahre, als sich die S-Bahn Züge noch im Fahren öffnen ließen, habe es einen Trend zu diesen gefährlichen Aktionen gegeben. Heute sei das Surfen wegen des automatischen Türschließverfahrens zu gefährlich. In den vergangenen Jahren seien kaum Fälle beobachtet worden.

In Rathenow war im vergangenen Sommer ein 13-Jähriger gestorben, der einen Stromschlag erlitten hatte. Er war auf einen Kesselwagen geklettert und an eine Oberleitung geraten. Ebenfalls im vergangenen Sommer war ein 18-Jähriger in Berlin auf der Kupplung zweier S-Bahn-Wagen hockend mitgefahren. Als ihn zwei Bahn-Mitarbeiter ansprachen, versuchte er zu flüchten, sprang auf die Gleise - und erlitt schwere Kopfverletzungen.

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