
Hochhaus wird asbestbefreit und umgebaut - 2018 kann der Steglitzer Kreisel bezogen werden
Der Steglitzer Kreisel ist ein Wahrzeichen der Schloßstraße. 1968 als Bürokomplex gebaut, hat er seine besten Zeit längst hinter sich gelassen. Das soll sich aber bald ändern, in 118 Metern Höhe soll dem Kreisel neues Leben eingehaucht werden. Wie? Das hat Stadtentwickler Christoph Gröner im rbb-Interview erzählt.
Aus dem Steglitzer Kreisel wird bis 2018 ein neuer Wohntower. Die CG Gruppe, ein Immobilien- und Projektentwicklungsunternehmen in Berlin und Leipzig, steht mit dem Land Berlin kurz vor Vertragsabschluss. Geschäftsführer Christoph Gröner sagte im Interview mit RadioBerlin 88,8 vom rbb, dass seine Firma noch einige Hürden in der Verwaltung der Stadt nehmen müsse. Aber insgesamt sei er zuversichtlich, dass die CG-Gruppe den Zuschlag kriege. Bevor 2016 der Umbau beginnen könne, werde das Land Berlin den Steglitzer Kreisel noch vom Asbest befreien. Das sei feste Verabredung, weil ein mittelständisches Unternehmen ein solches Risiko nicht eingehen könne.
Licht soll durch Panorama-Fenster fluten
Geplant sind aus den rund 22.000 Quadratmetern Bürofläche 184 Wohnungen zu machen. Sie sollen zwischen 40 und 250 Quadratmeter groß sein. Der gesamte Bau werde neue Fassadenelemente bekommen. Die Fenster in den dreieinhalb Meter hohen Wohnungen werden nach den Vorstellungen von Christoph Gröner überall bis zum Boden reichen, sodass das Haus "lichtdurchflutet" wirkt. Ab einer Höhe von 30 Metern werden die ersten Wohnungen im Hochhaus entstehen. Sie enden genau bei 118,5 Metern mit einer Penthouse-Wohnung.
200 Quadratmeter mit Drei-Seiten-Blick
Die Projektentwickler wollen dabei aber nicht von Luxus-Sanierung sprechen. Sie betonen lieber eine Ausgewogenheit zwischen "Ökologie und Ökonomie", weil die Wohnungen nach energetischen Gesichtspunkten saniert werden sollen. Am Steglitzer Kreisel entstehen ausschließlich Eigentumswohnungen. Wohnraum in den unteren Stockwerken sollen für 3.200 Euro pro Quadratmeter zu kaufen sein. Ganz oben - die Mansarden-Appartements - gehen für achteinhalb bis 9.000 Euro pro Quadratmeter weg. Dafür hätten die 200 Quadratmeter großen Wohnungen aber auch einen so genannten Drei-Seiten-Blick, so Gröner. Sie könnten die Besitzer nicht nur die Autobahn direkt vor der Tür sehen, sondern bis zum Alexanderplatz oder über den Grunewald hinweg.
Autos fahren unter der Baustelle durch
Die Sanierung von Hochhäusern ist besonders teuer. Deswegen seien die Kosten dafür drei Mal so hoch wie die eines normalen Hauses, rechnet der CG-Chef. Er veranschlagt eine Summe von 100 Millionen Euro für den Kreisel im Steglitz. Davon gehen über 20 Millionen alleine in die Baustellenlogistik, also Kräne und Materialzulieferung und ähnliches. Während des Baus kann der Verkehr weiter rollen. Die Kräne sollen auf große Stelzen gesetzt werden und die Autos drunter durchfahren. Laut Gröner stehen dann ein bis zwei Kräne unten auf der Straße und einer wird oben auf dem Haus selbst montiert.
Verkehrswert heute weit unter den damaligen Baukosten
Im Kreisel hat bis zum Jahr 2007 das Bezirksamt Steglitz seinen Sitz gehabt. Wegen starker Asbestgefährdung wurde er damals geschlossen. Seither steht der Bau leer, nur im Erdgeschoss ist noch eine Ladenzeile. Der Verkehrswert des Turms liegt derzeit nach Ansicht von Immobilienexperten bei rund zwölf Millionen Euro. Erbaut wurde der Kreisel allerdings für 325 Millionen Mark, geplant waren 180 Millionen. Der Bau des Kreisels dauerte fast zwölf Jahre.





