Gesine Schwan im Gespräch (Quelle: dpa)

Humboldt-Viadrina School of Governance - Trotz Insolvenz: "Lehrbetrieb geht weiter"

Nachhaltige Lösungen für Politik und Wirtschaft - das sollen künftige Führungskräfte an der Humboldt-Viadrina School of Governance in Berlin lernen. Satte 18.000 Euro betragen die Studiengebühren für zwei Jahre. Trotzdem musste die von Gesine Schwan geleitete private Hochschule nun Insolvenz beantragen. Der Lehrbetrieb soll jedoch fortgeführt werden. Von Yvonne Krause.

Die Leiterin der Humboldt-Viadrina, Gesine Schwan, gibt ihre Schule noch lange nicht auf. Voller Optimismus sagte sie dem rbb, dass sie es bis jetzt immer geschafft hätte, finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden. „Die Herausforderung kam akut, weil Anfang des Jahres unerwartet hohe Forderungen an uns gestellt wurden. Es geht um einen Engpass, obwohl wir, und deswegen bin ich letztlich auch optimistisch, für die zukünftige Zeit unerwartet gute Aussichten für auch wirklich ertragreiche Projekte haben.“

Seit 2009 bietet die Einrichtung drei berufsbegleitende Master-Studiengänge im Bereich "public policy" an, und arbeitet dabei eng mit der Berliner Humboldt-Universität und der Viadrina-Universität Frankfurt (Oder) zusammen. Die Unis steuern allerdings kein Geld bei. Das muss sich die private Schule durch Gebühren, Spenden und Forschungsmittel herbei schaffen. Finanzielle Puffer sind so offenbar schwer zu leisten.

Lehrbetrieb für Studenten sei nicht gefährdet

Hinter vorgehaltener Hand ist zu hören, dass der Schule ein Betrag im mittleren sechsstelligen Bereich fehlt. Im Umfeld der Schule hieß es, es gebe nicht genügend Spenden, und auch die Mietkosten in der Wilhelmstraße schlagen zu Buche.

Neue Studenten werden im Moment an der Berliner Humboldt-Viadrina wegen der Insolvenz nicht angenommen. Doch für die 58 eingeschriebenen Studenten geht der Lehrbetrieb ganz normal weiter, versichert die Präsidentin Schwan: "Das ist ganz selbstverständlich, wir haben ja Verträge mir den Studierenden abgeschlossen. Das ist auch nicht prinzipiell ein Problem, denn die bezahlen ja regelmäßig ihre Studiengebühren. Selbst wenn die School dauerhaft insolvent gehen sollte, kann das fortgesetzt werden und durchgeführt werden bis zum Ende." "Denken, wirken, handeln". An das Motto der Humboldt-Viadrina wird sich ihre Präsidentin wohl in diesen Tagen besonders halten müssen.

Beitrag von Yvonne Krause

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