
Studie der Berliner Bäderbetriebe - Berliner wollen in Kombibädern planschen
Drinnen und draußen: Kombibäder sind bei den Berlinern im Vergleich zu anderen Bädern am beliebtesten. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Das Ergebnis dürfte den Bäderchef freuen. Er hofft, durch die neuen Bäder mit Innen- und Außenbecken mehr Besucher anzuziehen. Dafür könnten kleinere Schwimmhallen jedoch geschlossen werden.
60 Prozent aller Berliner würden sich laut Studie der Berliner Bäderbetriebe für ein ganzjähriges Kombibad entscheiden. Damit schneidet das Kombibad in der Akzeptanz besser ab als ein reines Spaß- oder Wellness-Bad. Abgeschlagen in der Gunst der Berliner liegen laut der Studie normale Hallen- und Freibäder. Kombibäder können mit ihren Außen- als auch Innenbecken ganzjährig betrieben werden und bieten neben dem Schwimmen auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten wie Rutschen oder Saunieren.
Vier Bäder für 80 Millionen Euro
Das Unternehmen betreibt über 60 Hallen, Sommer- und Vereinsbäder, doch seit Jahren nimmt die Zahl der Besucher ab und die Einnahmen sinken. Der Modernisierungsstau wird auf 300 Millionen Euro beziffert. Darum möchte der Chef der Berliner Bäderbetrieb Ole Bested-Hensing gerne die neuen Kombibäder bauen und dafür alte, marode Schwimmhallen schließen. Ziel ist es, den rapiden Besucherschwund in Berlins Bädern zu stoppen. Dafür müsste jedoch ein hoher zweistelliger Millionenbetrag zusätzlich investiert werden. Jedes der neuen Bäder wird etwa 20 Millionen Euro kosten.
"Das kostet sehr viel Geld"
Dieses Geld will die Berliner SPD zur Verfügung stellen. "Wir können mit circa vier neuen Bädern rechnen – und natürlich kostet das auch sehr viel Geld, aber das Geld werden wir dann, wenn Bedarf besteht, auch einplanen. Ob in einem Haushalt oder verteilt auf zwei oder drei Haushaltsjahre, das muss man dann sehen", erklärte Raed Saleh, der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Januar. Ein Abbau des Angebotes von Schwimmmöglichkeiten für den Vereins- und Schulsport will die Berliner SPD aber nicht dulden.
Vier Standorte für die neuen Bäder
Als mögliche Standorte für die modernen Kombibäder werden Pankow, Charlottenburg, Mariendorf gehandelt, ebenso ein Bad im Tierpark Friedrichsfelde. Das könnte den Bedarf in den angrenzenden Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf abdecken. Am kommenden Montag stellt der Bäderchef sein Konzept im Aufsichtsrat genauer vor.
Mit Informationen von Thomas Weber.



