Das neue Twitter-Profil der Berliner Polizei

Twitter-Kanäle gestartet - Berliner Polizei zwitschert mit

Berlins Polizei will auch "auf der Höhe der Zeit" sein - und ging jetzt mit gleich zwei Kanälen beim Kurznachrichtendienst Twitter an den Start. Bei Demos und Großveranstaltungen will man die Menschen zeitnah über den Einsatz informieren und Gerüchten vorbeugen. Im Notfall muss man aber weiter ganz altmodisch die 110 anrufen.

"Willkommen auf dem offiziellen Twitter Dauerkanal der #PolizeiBerlin". Das waren die ersten Worte von Polizeipressesprecher Stefan Redlich und seinen Kollegen aus den Teams Soziale Medien, Öffentlichkeitsarbeit und Prävention auf Twitter.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Polizei angekündigt, künftig etwa bei schwierigen Demonstrationen ihre Sicht der Lage über den Kurznachrichtendienst bekannt geben zu wollen.

Illustration: Ein Polizist am 1. Mai in Berlin und das Logo des Kurznachrichtendienstes Twitter (Quelle: dpa)
Twitterkanal @polizeiberlin

"Auf der Höhe der Zeit bleiben"

Polizeipräsident Kandt kommentierte, man wolle sich mithilfe von Twitter "als moderne und transparente Polizei" präsentieren. "Damit bezwecken wir auch bei unseren Einsätzen besser wahrgenommen zu werden. Außerdem setzen wir mit der Nutzung von Twitter in der Nachwuchsgewinnung ein wichtiges Zeichen und zeigen, dass wir auf der Höhe der Zeit bleiben." Dementsprechend soll auch im Sommer noch eine Facebook-Seite dazukommen, und die Homepage von Polizei und Internetwache werden neugestaltet.

Zuvor hatte Kandt angekündigt, die Kommunikation über Twitter solle auch Gerüchten oder Fehlinformationen vorbeugen. Im Januar hatte er betont, man wolle nicht auf Twittermeldungen etwa an Demonstrationen beteiligter Gruppen reagieren, sondern den Einsatzverlauf schildern.

Auf zwei Kanälen zu erreichen

Zwei Kanäle hat die Polizei dazu seit Donnerstag freigeschaltet - @polizeiberlin soll dabei eine Art Hauskanal für die Öffentlichkeitsarbeit sein – und "eine gute Mischung von interessanten Informationen aus den vielfältigen Aufgaben und Arbeitsbereichen der Behörde" anbieten. Dazu gehören Links zu Pressemeldungen oder Fotos von Einsätzen.

Polizeisprecher Stefan Redlich sagte dem rbb, Presseerklärungen würden über Twitter etwas früher verbreitet. Außerdem wolle man über Präventionsaktionen informieren. Dementsprechend ist mit Timo Hartmann auch ein Mitglied aus dem Team "Prävention" bei der Berliner Polizei einer der vier Stammtwitterer.

Zum Donnerstagmittag war die Zahl der Follower bereits auf knapp 1.000 Twitternutzer gestiegen.

Der zweite Kanal @polizeiberlin_E, wobei "E" für Einsatz steht, wird zu bestimmten Anlässen – bei Veranstaltungen und großen Einsätzen wie etwa dem 1. Mai – befüttert. Hier soll etwa über Anfahrtsrouten zu bestimmten Veranstaltungen, Hinweise zur Auslastung von Parkplätzen oder Demonstrationsrouten informiert werden. Am Donnerstag war dementsprechend noch kein Tweet auf dem zweiten Kanal zu lesen.

Screenshot Twitterkanal @polizeiberlin_E

Auf beiden Kanälen warnt die Polizei davor, dass über Twitter kein Notruf abzusetzen sei, für Notfälle sollten die Menschen auch weiterhin die 110 wählen. Die Kanäle würden nicht rund um die Uhr beachtet.

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