Mit vielen Tricks bis in die Mongolei und noch weiter
Spiegel-Journalist Peter Wensierski (l) hat in seinem neuen Buch "Die verbotene Reise" die unglaubliche Geschichte von Marion Mentel und Jens Kießling festgehalten.
Im Sommer 1987 machten sich das junge Paar auf den Weg: Von Ostberlin über Polen durch die Sowjetunion und die Mongolei bis nach China. Um aus der DDR ausreisen zu können, hatte Jens Kießling eine Einladung in die Mongolei gefälscht -so kamen die beiden an Visa und Reisepässe.
Auf ihrer abenteurlichen Reise mussten sie immer wieder mit Tricks arbeiten. Bei den unzähligen Kontrollen erzählten sie stets, sie seien die Vorhut einer Expedition von Vogelkundlern.
"Unser Glück war, dass es so wenig Leute vor uns gab, und man uns immer die Geschichten geglaubt hat, die wir ihnen erzählt haben", so Mentel.
Überall stießen Jens und Marie auf neugierige und freundliche Menschen.
Dieses Kind fragte, woher Jens denn komme. Dieser lachte und erklärte, dass man mit dem Pferd wohl mehr als ein Jahr dorthin reiten müsse.
Eine Ziege wurde geschlachtet: Außer dem Inhalt von Magen und Darm wurde nichts weggeworfen.
Dieses Foto machte Jens auf dem Naadam Fest, dem Nationalfest der Mongolen. Ähnlich wie bei den Olympischen Spielen, messen sich die Mongolen in den traditionellen Disziplinen Ringkampf, Bogenschießen und Pferderennen.
Die Kunststudentin Marie mit einer mongolischen Familie.
Jens mit Kamel in der Mongolei.
Auch um von der Mongolei nach China zu kommen, brauchten Jens und Maria ein Visum: Und wieder gelang es ihnen, die Beamten in der chinesischen Botschaft in Ulan Bator an der Nase herum zu führen. Dieses Foto entstand in der Wüste Gobi.
Auf ihrer ungewöhnlichen Reise trampten sie unter anderem mit LKWs, kleinen Flugzeugen und Schiffen.
Mit viel Mut, Durchhaltevermögen und einer gehörigen Portion Frechheit schafften es Jens und Marie schließlich nach China.
Eines von den rund 3.000 Fotos, die Jens auf der Reise schoss: Ein chinesischer Friseur übt sein Handwerk im Freien aus.
Erst 25 Jahre nach der Reise suchte und fand Jens in seinem Schuppen und Kellern die Farbdias im Mittelfromat 6x6.
In China trennten sich die Wege des Liebespaares: Marie ging zurück nach Ostberlin um ihr Studium fortzusetzen...
...und Jens, der für sich in der DDR keine Zukunft sah, ging in den Westen. "Das war traurig, aber nicht schwierig", erinnert sich Maria Mentel. Die beiden hatten schon von Anfang an gewusst, dass sich ihre Wege in China trennen würden. Zum Artikel | Weitere Bildergalerien