
Glocke nach Guss entmantelt - Osanna putzt sich raus
Noch ist sie matt und mit Lehm beschmiert, aber ihr aufwändig gestaltetes Äußeres blinkt schon durch: Die Glocke Osanna, in Österreich für die Marienkirche in Frankfurt (Oder) neu gegossen, ist entmantelt. Jetzt kühle sie weiter aus, heißt es, bevor sie geputzt - und vor allem auf ihren Klang getestet wird.
Die neu gegossene Glocke "Osanna" ist seit Freitag ohne Lehmmantel. Derzeit sei das Metall noch 54 Grad heiß, hieß es von Seiten der Stadt Frankfurt (Oder). Die Glocke müsse nun weiter ausgekühlen. Danach werde die 5,5 Tonnen schwere Glocke ziseliert und geputzt. Dann soll die Glocke auf ihren Klang getestet werden.
Der Guss der Glocke durch eine österreichische Firma war erst im zweiten Anlauf gelungen. Beim ersten Versuch im Februar zerbrach die Gussform, weil nach Angaben des Herstellers eine Schraube nicht richtig angezogen worden war.

Vier Glocken sollen zu Pfingsten wieder läuten
"Osanna" ist die größte Glocke für die Marienkirche in Frankfurt. Durch Krieg und Zerstörung verlor die Kirche fünf der ursprünglich sechs Glocken. Zwei wurden 1942 zu Kriegszwecken nach Hamburg gebracht, eine entging jedoch der Einschmelzung und steht heute restauriert vor der Kirche.
Gegen Ende des Kriegs fing die Kirche Feuer, die vier verbliebenen Glocken zerbrachen, darunter "Osanna". Zwei kleinere Glocken wurden bereits in Österreich neugegossen. Sie sollen gemeinsam mit der erhaltenen Glocke und "Osanna" schon zu Pfingsten in der Marienkirche läuten.
Das Glocken-Projekt kostete insgesamt rund eine halbe Million Euro, von denen rund 120.000 Euro Bürger und Gäste spendeten.


