
Statistisches Bundesamt veröffentlicht Zahlen - In Brandenburg sitzen die meisten Frauen ein
Die Meldung vom Statistischen Bundesamt hat überrascht. In Brandenburg ist der Anteil mit fast neun Prozent an inhaftierten Frauen deutschlandweit am höchsten. Für diese Zahlen gibt es aber anscheinend eine einfache Erklärung - eine Kooperation mit Sachsen-Anhalt. Mehr als die Häfte der Insassinnen kommen aus dem Nachbarbundesland.
Frauen sind allgemein in Gefängnissen die Ausnahmen. Auch Deutschland macht da keinen Unterschied. Der höchste Anteil an weiblichen Inhaftierten liegt in Brandenburg. Mit 8,7 Prozent lag die Quote der Frauen unter den Strafgefangenen im Land im vergangenen Jahr deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,6 Prozent. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Insgesamt waren danach in ganz Deutschland rund 3200 Frauen inhaftiert.
Brandenburg bringt seine Insassinnen in Berlin unter
Die hohe Frauenquote in Brandenburger Gefängnissen lässt sich nach Angaben des Jusitzministeriums in Potsdam mit einer Kooperation erklären, die das Land 2012 mit Sachsen-Anhalt eingegangen ist. So seien in der Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben 50 der 83 Plätze im geschlossenen Frauen-Vollzug für weibliche Häftlinge aus Sachsen-Anhalt freigehalten. Brandenburg arbeitet im Frauen-Strafvollzug auch mit Berlin zusammen, nimmt aber keine weiblichen Häftlinge aus der Hauptstadt auf, sondern bringt gegebenenfalls Frauen aus Brandenburg dort unter. In Sachsen-Anhalt sitzen wegen der Kooperation lediglich 17 Frauen im Gefängnis, was einer Quote von unter einem Prozent entspricht.
Berlin liegt im Bundesdurchschnitt
Insgesamt sind Frauen in Gefängnissen eher die Ausnahme. Den zweithöchsten Anteil hat Sachsen mit 7,8 Prozent vor Bayern mit 7,3 Prozent und Hessen mit 6,6 Prozent. Berlin liegt dagegen mit seinem Frauenanteil von glatt fünf Prozent in etwa im Bundesdurchschnitt. Ähnlich ist die Situation in Nordrhein-Westfalen (6,0 Prozent), Niedersachsen (5,5 Prozent), Rheinland-Pfalz (5,5 Prozent), Baden-Württemberg (5,3 Prozent) und Bremen (5,1 Prozent). Hamburg liegt mit 4,9 Prozent also 64 inhaftierten Frauen unter dem Durchschnitt ebenso Mecklenburg-Vorpommern mit 21 Frauen im Gefängnis, was einem Anteil von 1,9 Prozent entspricht.
In den Gefängnissen in Thüringen (zehn Frauen) und Schleswig-Holstein (fünf Frauen) liegt die Quote unter einem Prozent. Das Saarland hat dagegen keine einzige Frau in Haft. Stichtag für die Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden war der 31. März 2013.



