Vom Saulus zum Paulus und zurück - "Gangsterläufer" muss wieder ins Gefängnis
Er war vom Intensivstraftäter zum Streitschlichter in Neukölln avanciert. Der 23-jährige staatenlose Palästinenser galt als gelungenes Beispiel für Integration, selbst eine Fernsehdokumentation machte sein wechselvolles Leben zum Star. Aber Yechya wurde rückfällig und geht nun fünf Jahre ins Gefängnis.
Der vermeintlich resozialisierte Streitlichter Yechya muss wieder für fünf Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre gefordert. Er hatte mehrere Überfälle gestanden und wurde deshalb vom Berliner Landgericht erneut verurteilt.
Kopf der Bande war der Gangsterläufer
Die Geschichte des 23-Jährigen ist wechselvoll. Bereits als Kind wurde der staatenlose Palästinenser von der Polizei aufgegriffen, wandelte sich jedoch scheinbar zum geläuterten ehemaligen Intensivtäter. Eine vielbachtete Dokumentation mit Namen "Gangsterläufer", die 2013 im ZDF ausgestrahlt wurde, portraitierte seinen Werdegang vom Kriminellen zum selbst ernannten "Boss der Sonnenallee", der Streit schlichtet und der Polizei bei Ermittlungen hilft.
Im Prozess ging es um zwei Raubüberfälle und einen Diebstahl aus dem Jahr 2013 mit einer Beute von mehr als 50.000 Euro. Fünf Komplizen des "Gangsterläufers", darunter zwei seiner Brüder, bekamen Haftstrafen von bis zu drei Jahren. Bei allen Raubüberfällen sei Yechya der Drahtzieher hinter den Straftaten gewesen, urteilten die Richter. Das Gericht milderte die Strafe, wegen der "Perspektivlosigkeit des Angeklagten aufgrund seiner ausländerrechtlichen Situation."



