
Die Hauptstadt als Jagdrevier - Berliner Wildschweine im Visier
In Berlin gibt es 40 staatliche und 128 private Jäger. Diese haben in der vergangenen Jagdsaison knapp 3.000 Wildtiere erlegt, die Hälfte davon waren Wildschweine. Für die Stadt ist das lukrativ: Im laufenden Jagdjahr nahmen die Berliner Forsten mehr als 131.000 Euro durch den Verkauf von Wildfleisch ein.
Knapp 3.000 Wildtiere wurden in der vergangenen Jagdsaison 2012/2013 in Berlin geschossen. Etwa die Hälfte davon waren Wildschweine. Das geht aus einer Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling hervor. Die 40 staatlichen und 128 privaten Jäger töteten aber auch rund 400 Rehe, 150 Füchse, 870 Wildkaninchen und 54 Waschbären. Jagdunfälle wurden dem Senat in den vergangenen zehn Jahren nicht bekannt.

Mehr Kaninchen und Waschbären
Die Zahlen lagen in den vergangenen Jahren immer in ähnlichen Größenordnungen. Nur Kaninchen und Waschbären gibt es offenbar inzwischen mehr als früher. Im laufenden Jagdjahr nahmen die Berliner Forsten mehr als 131.000 Euro durch den Verkauf von Wildfleisch ein. 450 Tiere waren sogenanntes Fallwild, das bei Verkehrsunfällen verendete oder nach einem natürlichen Tod gefunden wurde.
180 Quadratkilometer "jagdrelevante Fläche"
Im Jahr 2013 wurden 429 Unfälle mit Wildtieren im Straßenverkehr registriert. Angefahrene Wildtiere werden stets von einem der Stadtjäger getötet. Hämmerling kritisierte, dass aufgrund dieser Regelung oft zu viel Zeit verstreichen würde und Tiere unnötig leiden müssten. Polizisten seien auch entsprechend geschult und könnten verletzten Tieren schneller den Gnadenschuss geben.
Gejagd wird in Berlin in mehreren größeren und kleinen Jagdbezirken hauptsächlich im Grunewald, rund um den Müggelsee in Köpenick und am nördlichen Stadtrand in Tegel und Pankow. Von den 829 Quadratkilometern der Berliner Gesamtfläche sind rund ein Fünftel (180 Quadratkilometer) sogenannte jagdrelevante Fläche.



