Zebus laufen durch ein Gehege des Tierparks (Quelle: dpa)

Belastete Böden im Berliner Tierpark - Sand im Gehege

Eigentlich ist Bernhard Blaszkiewitz schon fast nicht mehr da. Doch der scheidende Tierparkdirektor kämpft auch kurz vor seiner Ablösung wieder mit einem neuen Konflikt. Diesmal geht es um "kostenlosen" Sand aus Ungarn, bleihaltige Böden und einen Trümmerberg auf dem Tierparkgelände, der besser nicht angetastet wird.

Der Berliner Tierpark hat ein Problem mit seinem Boden: Zum einen geht es dabei um eine Sandbestellung des scheidenen Direktors und zum anderern um Altlasten aus dem 2. Weltkrieg.

Für Aufregung sorgt derzeit zunächst eine aktuelle Sandladung: Offenbar waren kürzlich zehntausende Kubikmeter Erde nach Friedrichsfelde geliefert worden, die mit Schwermetallen belastet ist. Der Senat bestätigte am Dienstag, im Tierpark untersuchtes Material enthalte unter anderem Blei. Allerdings stellte der Senat auch klar, dass die Belastung gerade noch im Bereich der Grenzwerte liege. Der Direktor von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, wies am Dienstag gegenüber rbb online zurück, dass das Erdreich übermäßig Blei enthalte: "Das ist in jedem Sand drin."

Die exakten Belastungswerte des angelieferten Sandes finden sich in einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Claudia Hämmerling und Silke Gebel. Die Grenzwerte der "Länderarbeitsgemeinschaft Abfall" würden die Sande allerdings nicht überschreiten, hieß es. Lediglich der Bleiwert liege exakt auf dem Grenzwert (210 mg/kg).

Es gebe keinen Verdacht einer schädlichen Wirtung im Sinne des Bodenschutzes, so die Senatsverwaltung. Ob die Erde allerdings damit auch für Tiergehege genutzt werden könne, liege im Ermessen des Tierparks.

"Da müsste ich meine Bauabteilung fragen"

Blaszkiewitz betonte im Gespräch mit rbb online, für die Tiere sei die Verwendung des Sandes nicht gefährlich. "Das Material wurde vorher untersucht", so Blaszkiewitz. "Der Sand ist nicht verseucht." Bei dem Material handele es sich um Bauaushub aus verschiedenen Quellen, sagte Blaszkiewitz. Ob der gelieferte Sand - wie von der "Bild" berichtet - aus Ungarn stamme, konnte der Tierpark-Chef nicht sagen."Da müsste ich meine Bauabteilung fragen", so der Zoodirektor.

Die Erde werden in den Gehegen aller Huftieren aufgebracht, die große Laufflächen besäßen. Dort werde laufend Material abgetragen, beispielweise bei der Entfernung von Kot, sagte Blaszkiewitz. Entsprechend könne es durchaus sein, dass die Erde auch wieder aus den Gehegen herausgelange.

Weltkriegstrümmer enthalten Schafstoffe

Bei der Antwort auf die Anfrage der Grünen teilte der Senat allerdings auch mit, dass auf dem Gelände erhebliche Mengen Trümmerschutt lagern, deren Kontaminierung mit Schadstoffen wahrscheinlich sei, aber bislang nicht untersucht wurde, da die Erden nicht bewegt würden und abgedeckt seien.

Allerdings hatten Bauarbeiter nun einen Trümmerschuttberg dennoch angebaggert und "begradigt", wie es in der Stellungnahme des Senats heißt: "Ohne Analyse und vorherige Einschaltung der zuständigen Behörden, insbesondere zum Bodenschutz, ist der Umgang mit dem Trümmerschutt nicht statthaft." Die Begradigung des Schutthügels sei darum auch die einzige Bewegung: "Es ist nicht davon auszugehen, dass dessen Abbau in absehbarer Zeit in Angriff genommen wird."

Mit Informationen von Friederike Steinberg

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