
200 Menschen getestet - 40-Jährige Brandenburgerin an Tuberkulose gestorben
Etwa 90 Tuberkulosefälle gibt es pro Jahr in Brandenburg. Nun ist eine 40-Jährige an der Infektionskrankheit gestorben. Offenbar trug Sie den Erreger schon in sich und hat sich nicht angesteckt - was wichtig für die Ärzte ist. Trotzdem wurde vorsichtshalber in Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz etwa 200 Menschen untersucht, die mit der Frau Kontakt hatten.
Eine 40 Jahre alte Frau ist in Brandenburg an Tuberkulose gestorben. Das bestätigte nun der Bericht des zuständigen Pathologen. Auslöser war offenbar eine Vorerkrankung, bei der schon einmal eine leichte TBC-Version bei ihr aufgetreten ist.
"Das ist sehr wichtig", sagte Amtsarzt Thomas Münchow dem rbb. "Denn die Frage ist, ob sie sich angesteckt hat oder ob die Krankheit in ihr selbst ausgebrochen ist. Das erleichtert uns nun die Arbeit." Die Frau habe zudem nicht die typischen Symptome einer Lungentuberkulose gehabt, so Müchow. "Da der sonst typische Husten war bei ihr nicht aufgetreten, sie hatte ein völlig anderes Krankheitsbild." Damit sei die Gefahr, dass die Frau andere Menschen angesteckt haben könnte, relativ gering.
Kein typisches Krankheitsbild
Zuvor wurden bei 200 Menschen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Prignitz Hauttests veranlasst, die möglicherweise mit der Frau aus Heiligengrabe Kontakt hatten, erklärte die Sprecherin der Kreisverwaltung. Bislang sei jedoch kein weiterer Tuberkulosefall festgestellt worden.
Amtsarzt Münchow vermutet, dass es sich um eine Begleiterkrankung handeln könnte. "Das ist das Häufigste, das wir erleben: Dass ein Mensch eine schwere internistische Erkrankung hat und eine Tuberkulose bricht dann mit aus", sagte der Mediziner dem rbb.
Jährlich etwa 90 Tuberkulose-Erkrankungen in Brandenburg
Im November 2013 hatten Tbc-Erkrankungen von Asylbewerbern in der Zentralen Erstaufnahmestelle des Landes in Eisenhüttenstadt für Aufregung gesorgt. Zudem war eine Lehrerin in Frankfurt (Oder) erkrankt. Mehr als 300 Menschen wurden damals untersucht.
Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin registriert nach Angaben der Behörde etwa zehn Tuberkulosefälle jährlich. In ganz Brandenburg sind es jedes Jahr etwa 90 Fälle, deutschlandweit erkranken gut 4.000 Menschen pro Jahr.
Tuberkulose ist immer noch eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, obwohl sie heilbar ist. In der Regel lässt sich die Krankheit mit Antibiotika erfolgreich behandeln. Bricht sie aus, so ist in der überwiegenden Zahl der Fälle die Lunge betroffen. Die Krankheit kann aber auch jedes andere Organ befallen, zum Beispiel die Haut. Zu den Symptomen gehören Husten, Atemnot, Gewichtsabnahme, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schweißausbrüche.
Unter einer offenen (infektiösen) Tuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen vom Infektionsherd aus Erreger - etwa über die Luftwege - freigesetzt werden können.


