
Umfrage zum Suchtverhalten 2012 - Berliner rauchen und trinken weniger - kiffen aber mehr
Rauchen ist out, trinken ist out, kiffen ist in: So könnte man die Ergebnisse des Suchtsurveys 2012 interpretieren - einer Untersuchung über das Suchtverhalten der Berliner Bevölkerung. Darin geben immer mehr Menschen an, regelmäßig Haschisch zu konsumieren.
Die Berliner rauchen und trinken weniger, aber nehmen mehr illegale Drogen. Das ist das Kurzfazit des neuen Suchtsurveys 2012 für Berlin, den die Gesundheitssenatsverwaltung am Donnerstag veröffentlichte.
Danach ist vor allem der Konsum illegaler Drogen, speziell von Cannabis, ähnlich wie in anderen Großstädten im Vergleich zu Gesamtdeutschland höher: 42 Prozent der 1024 befragten Berliner zwischen 15 und 64 Jahren hatten Erfahrungen damit.

Alkoholkonsum weit verbreitet
Von den befragten Berlinerinnen und Berliner rauchten insgesamt 33,9 %. Dabei gaben 39,2 % der Männer und 28,4 % der Frauen an, im letzten Monat geraucht zu haben. Eine Nikotinabhängigkeit wurde bei 13,9 % der 15- bis 64-Jährigen geschätzt. Seit 1990 zeigen sich die Rückgänge, insbesondere in der Altersgruppe der 15- bis 39-Jährigen.
Alkoholkonsum ist in der Berliner Bevölkerung weit verbreitet. Nur 4,6 % der Befragten haben bislang noch keinen Alkohol getrunken. 7,9 % hatten zwar Alkoholerfahrung, lebten aber im letzten Jahr vor der Erhebung abstinent. Die Mehrheit der 15- bis 64-Jährigen berichtete von einer durchschnittlichen Konsummenge, die nicht als riskant gilt.
Riskanter Alkoholkonsum ist in Berlin aber weiter verbreitet als in Gesamtdeutschland. Riskant bedeutet einen täglichen Konsum von durchschnittlich mehr als 24 g Reinalkohol für Männer und 12 g Reinalkohol für Frauen. Der problematische Konsum betrifft mittlerweile mehr Frauen (19,5 %) als Männer (16,8 %). Insgesamt 5,4 % der Befragten trinken Alkohol missbräuchlich, 3,6 % sind alkoholabhängig.
Cannabis weit verbreitete illegale Droge
Die am weitesten verbreitete illegale Droge ist nach wie vor Cannabis. Außer bei Cannabis und Kokain liegt die Verbreitung von anderen illegalen Drogen bei unter 2 %. Für etwa 0,8 % der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung wurde eine Cannabisabhängigkeit, für 1,2 % ein Cannabismissbrauch geschätzt.
In den Erhebungen von 1990 und 1995 berichtete etwa jeder Fünfte der Befragten im Alter von 15 bis 39 Jahren von Erfahrungen mit illegalen Drogen. 2012 waren es schon 55,7 %. D.h. über die Hälfte aller befragten 15- bis 39-Jährigen gab an, mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert zu haben.
Präventionsprogramme wirken
Die Ergebnisse der Studie sprechen für eine weite Verbreitung des Konsums psychoaktiver Substanzen in der Bevölkerung. Vor allem der Konsum illegaler Drogen ist in Berlin im Vergleich zu Gesamtdeutschland höher.
Der Rückgang des Rauchens und des Trinkens bei den jungen Berlinerinnen und Berlinern zeige aber, dass die bisherigen Bemühungen einer Kombination von Verhaltens- und Verhältnisprävention erfolgreich seien, heißt es von der Gesundheitsverwaltung.
Der Konsums von Cannabis bleibt hingegen weit verbreitet. Daher seien hier Anstrengungen zur Prävention weiterhin notwendig bzw. müssten verstärkt werden.



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