Eine S-Bahn der Linie 1 fährt am 18.11.2013 in Berlin aus dem Bahnhof Potsdamer Platz in den Tunnel Richtung Friedrichstraße (Quelle: dpa)

Tod auf S-Bahn-Gleisen - 13-jähriger Junge wollte offenbar im Tunnel spielen

Wieder tödlicher S-Bahn-Unfall in Berlin: Der 13-Jährige, der am Montag tot im S-Bahn-Tunnel zwischen Yorckstraße und Anhalter Bahnhof gefunden worden war, ist offenbar durch einen Noteinstieg in den Tunnel gelangt. Möglicherweise wurde er dabei von einem Freund begleitet. Die beiden Jungen wollten Münzen auf die Gleise legen, sagte ein Polizeisprecher dem rbb.

Nach dem tödlichen S-Bahn-Unglück in Berlin versucht die Polizei, den Hergang des Unfalls zu klären. Ein 13-jähriger Junge war am Montag tot im Tunnel zwischen den Stationen Yorckstraße und Anhalter Bahnhof gefunden worden.

Laut Polizei-Angaben war der Jugendliche möglicherweise mit einem 14-jährigen Freund im Tunnel unterwegs, um dort zu spielen. "Nach unseren Informationen haben sie Münzen auf die Schienen gelegt, um sie plattfahren zu lassen", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag dem rbb.

Bundespolizisten, Mitarbeiter der Deutschen Bahn und Fahrgäste stehen am 31.03.2014 in Berlin vor dem S-Bahnhof Yorckstraße. (Quelle: dpa)
Polizisten sperren am Montagnachmittag den S-Bahnhof Yorckstraße ab.

Womöglich war der Schüler über einen Noteinstieg in den Tunnel geklettert. Die Ermittler befragten dazu auch den 14 Jahre alten Schulfreund des Jungen. Die beiden seien vor dem Unglück zusammen unterwegs gewesen, hieß es. Die Ermittler fanden keine Hinweise, dass der 13-Jährige in dem Tunnel Graffiti gesprüht hat. Auch von einer Mutprobe gingen sie zunächst nicht mehr aus.

Gegen 16:30 Uhr hatte am Montag ein Zugführer im Vorbeifahren den Körper eines Jungen in dem Tunnel südlich des Potsdamer Platzes gesehen und Polizei und Feuerwehr alarmiert. Wenig später wurde die Leiche des Jungen aufgefunden. Laut Angaben der Feuerwehr befand sie sich 300 Meter vom Tunneleingang entfernt. Durch das Unglück war der S-Bahnverkehr auf drei Linien für mehrere Stunden unterbrochen.

Nicht der erste Todesfall dieser Art

In jüngerer Zeit waren in Berlin und Brandenburg einige Jugendliche bei waghalsigen Aktionen in Gleisnähe ums Leben gekommen, zuletzt Anfang März ein 19-Jähriger beim S-Bahn-Surfen in Berlin-Schöneberg. Er war mit vier gleichaltrigen Begleitern auf das Dach eines fahrenden Zuges gestiegen. Als dieser zwischen den S-Bahnhöfen Julius-Leber-Brücke und Schöneberg in einen Tunnel fuhr, stürzte er ab und erlitt tödliche Verletzungen.

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