
Nach Polizeipanne - Rochade im Rocker-Dezernat
Anfang Januar stürmten 13 Männer ein Reinickendorfer Wettbüro, einer erschoss Ex-Rocker Tahir Ö. Die Polizei wusste von der Gefahr für das Opfer, versäumte aber, es zu warnen. Als Konsequenz aus dieser Ermittlungspanne ist die zuständige leitende Beamtin nun in eine andere Abteilung versetzt worden.
Nach der Polizei-Panne vor dem Mord an Tahir Ö. ist die bisherige Chefin des Rocker-Dezernats im Landeskriminalamt (LKA), Heike Rudat, in eine andere Abteilung versetzt worden. Künftig ist sie für Umwelt- und Verbraucherschutzdelikte zuständig, bestätigte die Polizei am Donnerstag entsprechende Medienberichte. Wer die Leitung der Ermittlungen an ihrer statt künftig übernimmt, ist noch nicht bekannt.

Vor rund zwei Wochen hatte die Polizei eine interne Untersuchung eingeleitet, um zu klären, warum das spätere Mordopfer im November 2013 nicht gewarnt worden war. Die Polizei hatte damals gewusst, dass das Mordopfer sich in Berlin aufhielt und von Rockern der Hells Angels verfolgt wurde. Die Gefährdungslage sei aber "falsch eingeschätzt" worden, gab die Polizei inzwischen zu.
LKA-Chef wurde falsch infomiert
LKA-Chef Christian Steiof hatte die Panne zunächst geleugnet. Er soll vor einer Pressekonferenz zu dem Thema von der zuständigen Abteilung falsch informiert worden sein. Innensenator Frank Henkel (CDU) hatte deshalb kürzlich dringend Aufklärung verlangt.
Am 10. Januar war der 26-jährige Ex-Rocker Tahir Ö. in einem Wettbüro in Reinickendorf vor mehreren Überwachungskameras erschossen worden. Die Polizei hatte recht zügig den Anstifter, den Todesschützen sowie die meisten seiner Begleiter fest nehmen können. Der Mord war nach Einschätzung der Polizei die Rache für eine Schlägerei im Oktober, bei der ein Hells-Angels-Rocker vor einer Diskothek verletzt worden war.


