Teddybär und Spielzeug, Quelle: dpa

Aus für "Sonnentag"-Haus - Kinderhospiz in Frankfurt (Oder) schließt

Brandenburgs einziges Tageshospiz für Kinder, das "Sonnentag"-Haus in Frankfurt (Oder), wird zur Jahresmitte geschlossen. Dort wurden schwerst-, krebs- und unheilbar kranke Kinder und Jugendliche und deren Familien betreut. Doch man schreibt rote Zahlen, sagt der Träger: die Björn-Schulz-Stiftung. Von Torsten Glauche

Seit knapp zwei Monaten hat die in Berlin ansässige Björn-Schulz-Stiftung einen neuen Vorstand. Und der macht jetzt offenbar Tabula rasa: Alle Aktivitäten der gemeinnützigen Stiftung kommen auf den Prüfstand. "Wir haben in den letzten Jahren zu viele Einrichtungen eröffnet. Alle sind defizitär", sagt Vorstandssprecherin Bärbel Mangels-Keil. Die Stiftung verfügt nicht über eigenes Kapital, sondern finanziert sich aus Spenden und Einnahmen.

Nur drei Kinder betreut

Das Aus für das Kinder-Tageshospiz in Frankfurt (Oder) scheint logisch. Denn nach Angaben der Björn-Schulz-Stiftung werden hier bereits über einen längeren Zeitraum nur drei Kinder betreut - und die Krankenkassen zahlen die Betreuung nicht.

Ob sich die Stiftung nun komplett aus der Oderstadt zurückzieht, ist noch offen. Noch betreibt die Organisation in Frankfurt auch einen ambulanten Dienst und eine Beratungsstelle. "Dort wird derzeit auch nur ein Kind regelmäßig betreut, wir wissen aber noch von weiteren, die nur sporadisch kommen. Wir prüfen noch, wie wir damit ab Juli verfahren", sagt Bärbel Mangels-Keil.

"Herber Schlag für die Familien"

Für die Familien, die die Angebote der Björn-Schulz-Stiftung in Frankfurt (Oder) bisher genutzt haben, sei die Entwicklung ein herber Schlag, sagt die Frankfurter Kinderärztin Antje Nimtz-Talaska. Sie und die anderen Kinderärzte der Region wollen die betroffenen schwerstkranken Kinder und ihre Familien auch weiterhin betreuen.

Ein Ersatz für das Kinder-Tageshospiz sei dies aber nicht, sagt die Ärztin: "Seit 20 Jahren engagiert sich die Stiftung bereits in Frankfurt, aber nun verlieren wir eine in ganz Brandenburg einzigartige Einrichtung. Die Patienten werden nirgendwo aufgefangen. Das ist das Problem."

Beitrag von Torsten Glauche

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