Ein Fotograf nimmt am 03.04.2014 im Obstbaugebiet nahe Werder (Brandenburg) blühende Obstbäume ins Visier (Quelle: dpa)
Brandenburg aktuell | 05.04.2014 | Jana Wochnik-Sachtleben

Werder bangt um Blütenpracht - "Das Wetter ist zu schön"

Über zu viel Sonne und warme Temperaturen sollte sich eigentlich keiner beklagen müssen - doch die Obstbauern in Werder (Havel) dürfen das. Denn sie fürchten zur Zeit um ihre schönste Attraktion. Der warme Frühling lässt die Bäume jetzt schon blühen – für das 135. Baumblütenfest in wenigen Wochen könnte das bedeuten: keine blühende Pracht zu dem Fest, das jährlich zehntausende Besucher anlockt.

Für das Baumblütenfest in Werder an der Havel ist das warme Frühlingswetter nicht optimal: In diesem Jahr wird es  bei dem Fest voraussichtlich keine Blütenpracht zu bestaunen geben. "Das Wetter ist zu schön, die ersten Pfirsich- und Aprikosenbäume zeigen schon ihre Blüten", sagte Stefan Lindicke, Geschäftsführer des Werderschen Obst- und Gartenbauvereins, auf Anfrage.

Das traditionsreiche Fest findet  in diesem Jahr zum 135. Mal statt, vom 26. April bis 4. Mai. Zehntausende Besucher kommen in jedem Jahr aus der gesamten Region, um sich an den blühenden Obstbäumen zu erfreuen.

Wenn die Temperaturen weiter so hoch bleiben, dann werden diesmal die Blüten fehlen, wie Lindicke sagte. "Bei etwas Glück sind sie in drei Wochen noch bei Sauerkirschen und Äpfeln zu sehen."

Im Vorjahr konnten sich die Obstbauern zunächst über eine tolle Blütenpracht freuen. Im Mai dann war es zu nass. Bereits angesetzte Früchte verfaulten. Verluste bei der geernteten Menge ließen sich durch höhere Verkaufserlöse wettmachen, sagte er.

Blüten nicht das einzige, viele lockt der Wein

Viele zieht es aber vor allem wegen des süffigen Obstweines in die Havelstadt. Angeboten werden vor allem Kirsch- und Erdbeerweine, Getränke aus Schwarzen Johannisbeeren, Rhabarber oder Holunderblüten. "Wein ist ausreichend vorhanden", sagte der Vorsitzende Vereins, Walter Kassin.

Dem Obstbauverein gehören 20 Betriebe an. Sie bewirtschaften etwa 980 Hektar. Auf der größten Fläche mit rund 186 Hektar stehen Apfelbäume. Kultiviert werden auch Süßkirschen, Pflaumen und Erdbeeren. Insgesamt 70 feste Mitarbeiter und rund 360 Saisonkräfte sind in den Betrieben beschäftigt.

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