Unfallstelle auf der A12 bei Biegen (Brandenburg) am frühen Morgen des 3. April 2014 (Quelle: dpa)
Brandenburg aktuell | 03.04.2014 | Andreas Hewel

Autobahn fünf Stunden lang gesperrt - Drei Menschen sterben bei Unfall auf der A12

Ein schwerer Unfall im Landkreis Oder-Spree hat am Morgen den Verkehr auf der Autobahn 12 für fünf Stunden lahm gelegt. Bei dem Unfall starben drei Menschen, als ihr Auto am Ende eines Staus auf einen  LKW auffuhr. Dem Stau ging nach rbb-Informationen Stunden zuvor ein Polizeieinsatz gegen eine polnische Autoschieberbande voraus.

Auf der A 12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) hat ein schwerer Unfall in der Nacht für fünfstündigen Stillstand gesorgt. Drei Menschen starben, als ihr Auto am Ende eines Staus auf einen LKW auffuhr.

Der Stau entstand, als nach einem Polizeieinsatz gegen eine polnische Autoschieberbande Stunden zuvor die Autobahn gesperrt wurde. Nach rbb-Informationen verfolgten am späten Mittwochabend Zivilfahrzeuge einer Sondereinsatzgruppe der Polizei einen mutmaßlichen polnischen Autodieb. Als dieser in Höhe der Raststätte Biegener Hellen mitten auf der Autobahn stoppte und zu Fuß flüchtete, wurde er von einem Polizeifahrzeug angefahren. Er musste verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden, die Autobahn wurde in Richtung Polen gesperrt.

Dadurch bildete sich ein Stau, an dessen Ende zwei Stunden später ein polnischer Pkw unter einen LKW fuhr. Drei der vier Insassen kamen dabei ums Leben, der vierte wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus eingeliefert.

Wiederum etwas später prallte dann am Stauende ein LKW auf einen PKW. Auch dabei wurde ein Mensch verletzt. Die Autobahn war wegen der Unfallserie insgesamt fast fünf Stunden lang gesperrt.

Tagelang Autoschieberbande observiert

Der Polizeiaktion auf der Autobahn war die tagelange Beobachtung einer Autoschieberbande vorausgegangen, wie Polizeisprecher Rudi Sonntag dem rbb sagte.  Polizeibeamte aus Berlin, Brandenburg und von der Soko Grenzkriminalität hätten beobachtet, wie Autodiebe gestohlene Fahrzeuge in Berlin parkten. Tage später seien mit einem anderen PKW Kuriere nach Berlin gebracht worden, die die gestohlenen PKW nach Polen bringen sollten. Nach längerer Irrfahrt seien schließlich alle Verdächtigen auf die A12 in Richtung Polen gefahren. Dort entspann sich dann die Verfolgungsjagd, in deren Verlauf die Polizei drei Fahrzeuge sicherstellte und fünf Personen festnahm. Bei einem der Zugriffe kam es zu dem Unfall, der anschließend den Stau auslöste.

Polizeisprecher Sonntag wertete den Einsatz mit den Festnahmen insgesamt als Erfolg im Kampf gegen die Autoschieber. Er bedauerte gleichzeitig den tragischen Unfall, der sich am Stauende ereignete. Die Sperrung sei aus polizeitaktischen Gründen allerdings notwendig gewesen, so Sonntag. 

Brandenburgs Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) sagte dem rbb, die Polizei habe absolut korrekt gehandelt. "Dass Verkehrsunfälle - und es war letzten Endes nichts anderes als ein Verkehrsunfall an der Stelle der Festnahme - zu Staus führen, ist ohnehin nicht zu verhindern."

Mit Informationen von Dorett Kirmse und Andreas Hewel

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