Der Angeklagte Dirk P. sitzt am 28.06.2013 auf der Anklagebank im Kriminalgericht Moabit in Berlin (Quelle: dpa)

Wegen Suizidgefahr in Haftkrankenhaus - "Darkroom-Mörder" nimmt sich in der Haft das Leben

Ein 39-jähriger Berliner, der drei Männer mit k.o.-Tropfen umgebracht hat und eine lebenslängliche Haftstrafe absaß, ist tot. Er wurde im Haftkrankenhaus am Wochenende leblos entdeckt.

Ein verurteilter Mörder, der in Berlin drei Männer mit K.o.-Tropfen umgebracht hatte, hat sich im Haftkrankenhaus das Leben genommen. Der 39-Jährige wurde in der Nacht zum Samstag tot in seiner Zelle entdeckt, hieß es in der Berliner Justizverwaltung am Dienstag. Die genauen Umstände seines Todes würden noch untersucht.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) habe die rechtspolitischen Sprecher der Fraktionen im Abgeordnetenhaus informiert. Am Mittwoch sollte der Fall auch im Rechtsausschuss besprochen werden.

Im Juni 2013 zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Lehrer-Referendar galt schon während seines Gerichtsprozesses als schwer suizidgefährdet. Während der Untersuchungshaft stand er unter ständiger Beobachtung.

Das Landgericht hatte den auch als "Darkroom-Mörder" bekannten Angeklagten im Juni vergangenen Jahres zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt, die eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren ausschließt.

Zwei Opfer überlebten

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte drei schwule Männer mit einer Überdosis Liquid Ecstasy vergiftet hat. Der frühere Rettungssanitäter hatte die auch als "K.-o."-Tropfen bekannte Droge seinen Opfern heimlich in Getränke gemischt. Bei den Taten im Jahr 2012 waren zwei Homosexuelle in ihren Wohnungen durch Vergiftungen mit Liquid Ecstasy - bekannt auch als "K.o.-Tropfen" - gestorben. Ein 32-Jähriger starb in einer Bar im Stadtteil Friedrichshain. Seine Leiche wurde im "Darkroom" des Lokals - einem abgedunkelten Nebenraum - entdeckt.

Zwei weitere Männer überlebten die Anschläge: So soll der Angeklagte auch einem angetrunkenen Unbeteiligten, den er zufällig am S-Bahnhof getroffen hatte, den Drogen-Trunk verabreicht haben. Der Mann wurde ohnmächtig, konnte aber von Passanten gerettet werden. Ein weiterer Sexualpartner, dem der mutmaßliche Täter ebenfalls "Liquid Ecstasy" anbot, lehnte ab und rettete sich dadurch unwissentlich selbst.

Beute von 500 Euro

Unklar blieb bis zuletzt das Motiv des Täters. Während er vor Gericht von einem Unglück sprach - es sei ihm um den Rausch beim Sex gegangen -, meinte der Staatsanwalt, es sei das Werk eines "kaltblütigen, bösen Menschen" gewesen, der sich schlicht habe bereichern wollen.

Bei den Taten hatte der Referendar Kreditkarten und weniger als 500 Euro erbeutet.

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