
Erster Arbeitstag für neuen Zoodirektor - "Irgendwo schließt sich der Kreis"
Am Dienstag hat der neue Direktor von Zoo und Tierpark, Andreas Knieriem, seinen Job angetreten. Großes wird von ihm erwartet - zumindest aber eine gründliche Erneuerung in den beiden Berliner Tierparks. Der 48-Jährige kommt gern nach Berlin, denn er kennt die Stadt bereits von früher.
In gewisser Weise kehrt Andreas Knieriem zurück: Der 48-Jährige studierte und promovierte in Berlin. Jetzt kommt er als Direktor von Zoo und Tierpark in die deutsche Hauptstadt zurück. "Irgendwo schließt sich da auch ein Kreis", sagte der 48-Jährige dem rbb.
Der Job ist eine Herausforderung - schon deshalb, weil die beiden Tierparks so unterschiedlich sind. Allein die Fläche: Fünfmal passt der Zoo in den Tierpark hinein. Diese Weite fasziniert Knieriem: "Das Wichtigste ist, dass man genug Platz hat, um auch in 20-30 Jahren noch fortschrittliche Tiergehege zu bauen. Und welcher Zoo hat schon ein eigenes Schloss? Es gibt fulminante Möglichkeiten."
Von Knieriem wird Großes erwartet
Die wird er wohl auch nutzen müssen, denn von dem 48-Jährigen wird Großes erwartet: Knieriem soll Zoo und Tierpark attraktiver für Besucher und fit für die Zukunft machen. Besonders für den defizitären Tierpark werden neue Konzepte erwartet.
Ihm sei wichtig, dass es keine Konkurrenz zwischen Zoo und Tierpark gebe, sagt der promovierte Tiermediziner. Er wolle ein Miteinander, sagt Knieriem - und er denke viel über Pläne und Ideen nach.
Zum Beispiel über Alternativen zu den allgegenwärtigen Gitterstäben im Raubtierhaus: "Für die Tiere sind die nicht das Problem, aber bei uns wecken sie Assoziationen eines Gefängnisses. Ich würde das gern ändern, wenn das finanziell möglich ist. Es gibt Gräben, es gibt Glasscheiben, auch filigranere Stahlnetzsysteme."
Der Besucher solle nicht außen vor stehen, sondern mittendrin, das ist die Idee.
Neues Miteinander in der Belegschaft
Unter seinem umstrittenen Vorgänger Bernhard Blaszkiewitz waren solche Pläne nicht vorangekommen. Knieriem will, dass bei den Neuerungen alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen.
So gilt es denn auch als Zeichen eines neuen Miteinanders, dass Knierim gleich am ersten Arbeitstag mit der gesammelten Belegschaft in Zoo und in Tierpark sprechen möchte.
Der in Augusta (Georgia, USA) geborene Knieriem wollte schon als Kind Zoodirektor werden. Er studierte in Berlin Tiermedizin und arbeitete in dieser Zeit auch als tierärztlicher Hospitant im Zoo.
1996 wurde Knieriem leitender Tierarzt und Vizechef im Zoo Hannover. Zuletzt leitete er den Münchner Tierpark Hellabrunn. In Berlin bezieht er mit Frau und Tochter die Dienstwohnung im Zoo-Aquarium.




