
Ein Friedhof nur für Lesben in Berlin - Männerfrei auch nach dem Tod
Die Hauptstadt spielt mal wieder eine Vorreiterrolle: Am Sonntag wurde in Berlin-Prenzlauer Berg der bundesweit erste Lesben-Friedhof eröffnet. Auf einem 400 Quadratmeter großen Stück des Georgen-Parochial-Friedhofs gibt es rund 80 Grabflächen für Frauen, die auch nach dem Tod konsequent bleiben wollen.
In Berlin ist am Sonntag der bundesweit erste Friedhof nur für lesbische Frauen eröffnet worden. Hier sollen künftig nur lesbische Frauen ihre letzte Ruhe finden, um ein gemeinsames Gedenken zu ermöglichen, sagte eine Initiatorin der Sappho-Stiftung dem Evangelischen Pressedienst (epd) in der Hauptstadt.
Für den speziellen Friedhof wurde ein verwildertes Stück des Georgen-Parochial-Friedhofs im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wieder hergerichtet.
Areal nach dem "Kreislauf des Lebens" gestaltet
Das in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte wiederbelebte Areal ist etwa 400 Quadratmeter groß. Es bietet Platz für rund 80 Grabflächen. Nach Angaben der Initiatoren hat die Sappho-Stiftung mit der Friedhofsverwaltung dazu einen Vertrag geschlossen. Dieser sichert ihr zu, allein zu entscheiden, wer auf dem Teilstück begraben wird. Interessentinnen können sich bei der Stiftung melden.
Das Areal wurde nach dem keltischen Symbol der dreifachen Spirale gestaltet, der Triskele, die auch als "Kreislauf des Lebens" bezeichnet wird, wie der Verein in einer Presseerklärung weiter mitteilte. Außerdem solle es keine anonymen Bestattungen geben, da die dirt bestatteten Frauen offen zu ihrer lesbischen Identität stehen.
Wie ein "Familiengrab"
Wie es von Seiten der Initiatoren weiter hieß, lebten viele Lesben allein, wollten aber in der Nähe von Freundinnen bestattet werden. Der Lesbenfriedhof lasse auch nach dem Tod die "Wahlverwandtschaft" deutlich werden.
Die Sprecherin des Evangelischen Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Christiane Bertelsmann, sagte, dies sei in ihren Augen nicht ausgrenzend. Das Begräbnisfeld für Lesben sei zu vergleichen mit einem Familiengrab. In diesem Fall sei es die Verbundenheit zu einer Gemeinschaft, der über den Tod hinaus Ausdruck verliehen werden soll.


