
Aktuelle Forsa-Umfrage - Die Angst wartet am Brandenburger Bahnhof
An Brandenburgs Bahnhöfen fühlen sich Fahrgäste besonders unsicher. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage hervor. Bundesweit wurden Bahnkunden unter anderem nach ihrem Sicherheitsempfinden befragt. Dabei schnitt Brandenburg schlecht ab und landete nur auf dem drittletzten Platz. In Berlin ist das Sicherheitsempfinden auf Bahnhöfen dagegen deutlich besser.
Viele Menschen fühlen sich an den Brandenburger Bahnhöfen und Haltestellen unsicher. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Im Auftrag des Fahrgastverbands Pro Bahn und der Allianz Pro Schiene waren bundesweit Nutzer von Zügen und Bahnhöfen befragt worden. Dabei landete Brandenburg auf den drittletzten Platz. So gab laut der Umfrage jeder dritte Befragte in Brandenburg an, dass er sich auf Bahnhöfen oder an Haltestelle "weniger sicher" fühle.
Mehr Personal bei der BVG
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte in diesem Zusammenhang, dass vor allem im ländlichen Bereich zu viele Bahnhöfe heruntergekommen und verfallen seien. Außerdem müsse in die Vorplätze investiert werden, um dort wieder eine soziale Kontrolle etablieren zu können, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Karl-Peter Naumann, dem rbb. Die Berliner Züge und Bahnhöfe erreichten in der Umfrage hingegen Platz Fünf.
Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte dem rbb, das liege auch daran, dass die Berliner Verkehrsbetriebe in den letzten Jahren viel für die Fahrgast-Sicherheit getan hätten. Es gebe mittlerweile mehr Personal bei der BVG, und auch in Sachen Videoüberwachung tue sich viel.
Kritik am "Flickenteppich"
In der Umfrage gaben deutschlandweit 92 Prozent der Befragten an, sie fühlten sich in Zügen und Bussen während der Fahrt wohl. Insgesamt wurden 3.231 Bundesbürger nach ihrem Sicherheitsgefühl in öffentlichen Verkehrsmitteln befragt - in Bussen, Bahnen, S- und U-Bahn. Die Allianz Pro Schiene kritisiert, dass es zur Gewalt an Bahnhöfen und in Zügen noch immer keinen vollständigen Zahlenüberblick gebe, sondern eher einen "Flickenteppich". Der Bund solle einen jährlichen Bericht zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr vorlegen. Auf dieser Grundlage könnten dann Entscheidungen getroffen werden, sagte der Pro-Schiene-Geschäftsführer.
Sicherheitspersonal und Videoüberwachung wichtig
Laut der Umfrage sind für die Nutzer vor allem mehr Sicherheitspersonal (90 Prozent), ansprechbare Mitarbeiter der Verkehrsunternehmen (83) sowie Videoüberwachung (82) wichtig. Ein Bahnsprecher sagte zu den Ergebnissen der Umfrage, die Bahn sei bereits sicherer als der öffentliche Raum. 2013 sei die Präsenz von Sicherheitskräften an stark frequentierten Stationen erhöht worden. Viele Bahnhöfe seien heller und moderner geworden. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Deutschland mehr als 11,12 Milliarden Fahrgäste in Bus und Bahn gezählt, 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Allianz Pro Schiene gehören 20 Verbände und mehr als 100 Unternehmen aus der Eisenbahnbranche an.


