Demonstration gegen Zwangsräumung (dpa, 02.04.2013)

Zwei Festnahmen nach Sitzblockaden - Rangeleien bei Zwangsräumung in Neukölln

Zahlreiche Demonstranten haben am Freitag versucht, die Zwangsräumung einer Wohnung zu verhindern. Nach der Räumung ist es zu Rangeleien mit der Polizei gekommen, als die Protestler auf dem Neuköllner Hermannplatz zu einer spontanen Demonstration aufbrechen wollten.

Bei Protesten gegen eine Zwangsräumung in Berlin-Neukölln ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

Protestierende hatten seit dem frühen Morgen versucht, mit Sitzblockaden die Räumung einer Wohnung in der Wissmannstraße zu verhindern.  Zu den Protesten hatte unter anderem das Bündnis "Zwangsräumung verhindern" ausgerufen. Das Bündnis sprach von 200 Teilnehmern. Nach Polizeiangaben waren 100 Demonstranten vor Ort.

Nach Angaben der Unterstützer musste der Mieter seine Wohnung verlassen, weil Mieten wegen verzögerter Zahlungen des Jobcenters aufgelaufen waren. Beim zuständigen Kammergericht hieß es, das Urteil für die Räumung sei nach einer Gerichtsverhandlung ergangen, zu der der betroffene Mieter nicht erschienen sei.

Die Rangeleien zwischen der Polizei und den Demonstranten spielten sich nach der Zwangsräumung am Hermannplatz und auf dem Kottbusser Damm ab. Nach Schilderungen der Demonstranten griff die Polizei ein, als sich spontan ein Protestzug bildete. Gegen Mittag wurde dieser aufgelöst.

Nach Polizeiangaben wurden zwei Personen wegen Sachbeschädigung festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, den Spiegel eines Polizei-Autos demoliert zu haben. "Auch Pfefferspray kam nach Landfriedensbruch und Körperverletzung zum Einsatz", sagte der Polizeisprecher.

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