Der Halensee in Berlin - © Joachim Donath Photographie
Audio: Inforadio | 23.07.2014 | Marie Asmussen

Ist bald sogar wieder Baden möglich? - Der Halensee ist wieder klar

Seit elf Jahren schon darf im Halensee nicht mehr gebadet werden. Zuviel Dreck hatte das Regenwasser in den See gespült. Doch nun besteht wieder Hoffnung - seit ein Filter in die Uferböschung eingebaut wurde. Von Marie Asmussen

Der Halensee ist ein Solitär, abgeschnitten von der Kette der Grunewaldseen - und genau das war bisher sein Problem. Denn das einzige, was ihm zufließt ist Regenwasser. Das fällt zwar sauber vom Himmel, sagt Stephan Natz von den Berliner Wasserbetrieben, aber: "Sowie es auf der Erde ist, ist es schlichtes Waschwasser. Waschwasser für Reifendreck, Waschwasser für die Hinterlassenschaften jeglicher Tiere, die die Stadt bevölkern, für Blütenstaub etc. All das sind für's Wasser Nährstoffe."

Und diese Nährstoffe verbrauchen Sauerstoff, so dass das Gewässer irgendwann umkippt und die erstickten Fische kieloben schwimmen.

Badende Frau mit Ente im Halensee; Quelle: dpa

In die Böschung versenkter Filter

Von der sehr nahe gelegenen, sehr dicht befahrenen Stadtautobahn hat der Regen jahrelang richtig viel Dreck in den Halensee gespült. Dadurch vermehrten sich in dem Gewässer nicht nur die Algen, sondern auch zahlreiche Keime. 2003 hat man das Baden hier schließlich verboten.

Um das Wasser wieder sauber zu kriegen, haben die Berliner Wasserbetriebe vor einigen Jahren oberhalb es Sees einen Bodenfilter gebaut, ein großes Betonbecken. Stephan Natz zeigt auf die dicke mineralische Filterschicht, die den Boden bedeckt: "Das ist eigentlich so ein grauschwarzes Granulat, sieht ein bisschen aus wie Lavagestein, würde ich sagen. Aber im Moment sehen Sie kein Wasser. Es hat ja ein paar Tage nicht geregnet."

Wenn früher oder später die nächsten Schauer fallen, dann wird das von den Straßen kommende Regenwasser durch diesen Granulatfilter geleitet. Anschließend fließt es gereinigt in den See. Damit Schwemmstoffe das Filtergranulat nicht verstopfen, ist das ganze Becken mit Schilf bepflanzt. Dessen Wurzeln lockern den Filterboden auf. Nach zwanzig Jahren - schätzt man bei den Wasserbetrieben - muss das dreckige Granulat als Sondermüll entsorgt und durch sauberes ersetzt werden.

Die Wasserqualität im See hat sich messbar verbessert, seit das Regenwasser so gefiltert wird. Das Badeverbot könne in zwei Jahren wahrscheinlich aufgehoben werden, heißt es beim zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. So lange will aber längst nicht jeder warten, Badeverbot hin oder her. Im See ziehen an diesem heißen Sommertag zahlreiche Schwimmer ihre Bahnen, auch Angelika Schmidt. "Ich kann die Wasserqualität nicht messen", sagt sie. "Ich weiß nur, dass ich seit 35 Jahren hier drin schwimme und wenn da nicht noch zusätzlich Leute da reinpissen würden oder sich die Haare waschen würden, dann würde ich sagen, ist es in Ordnung."

Denn der Halensee zieht nun mal nicht nur Schwimmer an und nackte Sonnenanbeter, sondern auch obdachlose Menschen, die sich hier waschen.

Beitrag von Marie Asmussen