Polizeikräfte stimmen Maßnahmen für den Sperrrkreis um ein Wohngebiet in Wittenberge ab (Bild dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 24.07.2014 | Rico Herkner

Keine Behinderungen mehr im Zugverkehr - Fliegerbombe bei Wittenberge problemlos entschärft

In Wittenberge ist die Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gelungen. Gegen 10 Uhr hatten Experten des Kampfmittelräumdienstes damit begonnen, den Blindgänger unschädlich zu machen. 2.000 Einwohner wurden evakuiert.

Ohne Probleme haben Kampfmittelexperten in Wittenberge (Prignitz) die Zünder einer Weltkriegsbombe entfernt und gesprengt. "Es ist wirklich optimal gelaufen", sagte Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos) dem rbb. Er dankte den Einsatzkräften und auch den Menschen der Stadt, die "wirklich Gemeinsinn bewiesen haben, indem sie ihre Wohnungen verlassen haben."

Die 250-Kilo-Bombe amerikanischer Bauart war vor einer Woche bei Deichbauarbeiten an der Stepenitz entdeckt worden. Bei einer Explosion hätte die Bombe einen bis zu 15 Meter breiten Krater reißen können.

Zugverkehr eingeschränkt, Bundesstraße gesperrt

Von der Bombenentschärfung war bis zum Mittag auch der Zugverkehr rund um Wittenberge betroffen. Die Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Berlin mussten zwischenzeitlich in beiden Richtungen über Uelzen - Stendal umgeleitet werden. Es kam zu Verspätungen bis 45 Minuten. Außerdem war die Bundesstraße B189 gesperrt. Mittlerweile rollt der Verkehr wieder.

Evakuierung verlief problemlos

Am Donnerstagmorgen hatten rund 2.000 Menschen im Radius von 1.000 Metern um den Fundort ihre Wohnungen und Arbeitsstätten verlassen. Die Evakuierung am Morgen sei sehr gut verlaufen, sagte Ordnungsamts-Leiter Gotthard Poorten dem rbb. "Da möchten wir uns auch herzlich bei der Bevölkerung bedanken, die viel Verständnis gezeigt hat. Wir hatten eigentlich gar keine Probleme." Die bereitgestellte Notunterkunft sei am Morgen nur von wenigen Menschen in Anspruch genommen worden.

Laut Polizei wurde der fünf Zentner schwere Blindgänger mit mechanischem Zünder am vergangenen Donnerstag gefunden. Am Montag entschieden die Experten, den Blindgänger am Fundort in der Nähe des alten Delphinbades unschädlich zu machen. Den Einsatz übernahm Sprengmeister Gerd Fleischhauer, für den es persönlich bereits die 18. Bombenentschärfung war.

Die Stadt Wittenberge hatte an den Landkreis ein Amtshilfersuchen gestellt, wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Volker Lehmann dem rbb sagte. Mit Fahrzeugen vom Rettungsdienst und Katastrophenschutz, sowie dem entsprechenden Personal wurde der Transport von pflegebedürftigen und kranken Personen übernommen, so Lehmann. Auch Notfallseelsorger waren im Einsatz, die die Evakuierten betreuten.

Mit Informationen von Rico Herkner

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